Energiekonzepte
Fraunhofer-Institut für Bauphysik
Schwerpunkt Strategische Studien und Systemanalysen
Für Bauträger, Siedlungsgesellschaften, Fertighausfirmen, aber auch ganze Städte und Landes- sowie Bundesministerien werden strategische Studien zur Reduzierung des Energieverbrauchs im Gebäudebereich erarbeitet. Dabei werden die spezifischen Gegebenheiten analysiert und das mögliche Optimierungspotenzial ausgeleuchtet. Die Gruppe Energiekonzepte erarbeitet u. a. Energieeffizienzanforderungen für Städte, die über die Energieeinsparverordnung (EnEV) hinausgehen.
Ausgewählte Projekte
- SEE - Energiebilanz Stuttgart
- EnerKey
- BUILD UP
- Reichstag Berlin
- Sanierungsstandards Schulen
- EU-Projekt "BRITA in PuBs"
- ENPER-EXIST
- EPA-NR
- Pflegeheim "Filderhof" S-Vaihingen
- FhG - Energiereport
- FhG-IZS Energieversorgung
- CO2 - Gebäudereport
- BESTFACADE
- E-Ausweise für Schulen in Brüssel
- VERU
- Green Aluminium
- Ziegelhäuser Bochum
SEE - Stuttgart
Entwicklung und Umsetzung einer Energieeffizienz-Strategie für die Gesamtstadt Stuttgart
Im Projekt „Stadt mit Energie-Effizienz (SEE Stuttgart)“ arbeitet das Institut an einer Energiebilanz für die gesamte Landeshauptstadt Stuttgart als Mikro- und Makroanalyse. Hierbei wird der Energieinput über die Stadtgrenze bis in detaillierte Verbrauchsstrukturen heruntergebrochen bzw. alle Verbraucher wie Gebäude, Verkehr, Industrieprozesse, etc. verdichtet zu Energieverbräuchen in Ortsteilen und im Gesamtkomplex. Zusätzlich werden Maßnahmenpakete zur Energieeffizienzsteigerung mit dem Fokus auf Dienstleistungsprozesse entwickelt. Ziel ist es, den Energiebedarf der Stadt Stuttgart in den nächsten 10 Jahren um etwa 20 % zu reduzieren.
Das Projekt wird im Februar 2012 mit einer öffentlichen Auftaktveranstaltung stadtweit bekannt gemacht und soll dann in den unterschiedlichen Verbrauchssektoren Wirkung zeigen.
EnerKey
Mitarbeit und Teilprojektleitung im Megacity-Projekt EnerKey – "Energy as Key for the Sustainable Development of Megacities Johannesburg"
Im vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierten Projekt „EnerKey“ werden Lösungen für den steigenden Energieverbrauch von sogenannten Megacities, am Beispiel der Region Gauteng, inklusive der beiden Großstädte Johannesburg und Pretoria, gesucht.
Das IBP erarbeitet hier Werkzeuge für die Bewertung der energetischen Qualität von Wohngebäuden, öffentlichen Gebäuden und Stadtteilen. Durch unterschiedliche Maßnahmen wie Energieausweise für prominente Gebäude und energieeffiziente Demonstrationsvorhaben wird das energetische Bewusststein der Bevölkerung gefestigt. Das Vorhaben wird in enger Kooperation mit verschiedenen südafrikanischen Organisationen realisiert.
Ergänzende Informationen:
BUILD UP -
– Das EU Internetportal für Wissen rund um Energieeffizienz in Gebäuden
Am 16. Juni 2009 eröffnete die Europäische Kommission das unter der Mitwirkung des Fraunhofer-IBP neu entwickelte Webportal „BUILD UP” für den Wissenstransfer und den Austausch von Informationen über Energieeinsparung von Gebäuden. Die auf dem Portal angebotenen vielfältigen Themen reichen von Best-Practice-Beispielen zur Energieverbrauchssenkung bis zu Informationen über Rechtsvorschriften. Das Fraunhofer IBP zeichnet sich verantwortlich für die Sektoren News und Newsletter, Cases und Tools des Portals und die darauf eingerichteten Communities:
- „Minimum Energy Performance Requirements“,
- „Certification Schemes“ und
- „Thermal Bridges“.
„Mit Hilfe des „BUILD UP“- Portals kann jedermann – vom Eigenheimbesitzer bis zum Bauunternehmer – Praxisempfehlungen und Informationen abrufen und weitergeben. Gleichzeitig werden hier die Marktteilnehmer über die rechtlichen Rahmenbedingungen aufgeklärt. BUILD UP dürfte sich als äußerst nützliches Werkzeug zur Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden erweisen“, sagte EU Energiekommissar Andris Piebalgs auf der Pressekonferenz zur Eröffnung des Webportals in Brüssel.
Weiterführende Informationen:
Reichstag Berlin
Erstellung eines Energiebedarfsausweises für den Reichstag in Berlin
Das Reichstagsgebäude, der Sitz des Deutschen Bundestags in Berlin, wurde vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik, in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt und Raumforschung und der Firma Megawatt, im September 2009 mit einem Energieausweis ausgestattet.
Die Gebäude der öffentlichen Hand - Bund, Länder und Kommunen - sollen künftig in Sachen Energieeffizienz in Europa Vorbilder sein. Dieses ist eines der Ziele der neuen europäischen Richtlinie für energieeffiziente Gebäude. Die Bewertungsmethode für die Energieeffizienz von Gebäuden wurde maßgeblich vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik mitentwickelt.
Das Reichstagsgebäude ist ein äußerst energieeffizientes Gebäude, das den Vergleichswert für modernisierte Bestandsgebäude um 57 % unterschreitet. Der ermittelte jährliche Primärenergiebedarf für Heizung, Warmwasser, Lüftung, Kühlung und Beleuchtung beträgt 270,9 kWh je m² Nettogrundfläche im Jahr.
Weitere Informationen:
Energieeffizienz ausgezeichnet: Fraunhofet-Institut für Bauphysik erstellt Energieausweis für den Reichstag
Definition von Sanierungsstandards in Schulen
Am 1. Januar 2007 wurde seitens der KfW ein neues Förderprogramm für Kommunalkredite zur Sanierung von Schulen, Sporthallen und Vereinsgebäuden gestartet. Innerhalb dieses Programms wurden Einzelmaßnahmen sowie eine umfassendere Sanierung auf das Energieniveau der damals geplanten EnEV 2007- Neubau Anforderungen durch zinsverbilligte Kredite gefördert. Der zu fördernde Standard befindet sich zwischen der KfW-Förderung von Einzelmaßnahmen bzw. EnEV 2007- Neubau-Niveau einerseits und der experimentell ausgerichteten Einzelförderung im Rahmen des Forschungsprogramms EnSan des Bundesministeriums für Wirtschaft (BMWi).
Die Untersuchung erfolgte an zwei repräsentativen Schultypen. Ausgehend von den im Referentenentwurf der geplanten EnEV 2007 definierten Mindestanforderungen für Sanierungen, wurde untersucht, wie die energetische Qualität des Gebäudes mit sinnvollen Maßnahmen schrittweise verbessert werden kann.
Ziel war es, zu ermitteln,
- ob es bei einer bestimmten energetischen Qualität einen Sprung in den Mehrkosten gibt
- ob ein oder mehrere Standards als Förderstufen definiert werden sollten
- wie hoch die Förderung des jeweiligen Standards sein sollte.
Die beiden Schultypen wurden primär-energetisch und investiv gegenüber den geplanten Mindestanforderungen für energetische Sanierungen nach EnEV 2007 bewertet. Die Untersuchungen zeigten, dass mit hochwertigen, aber konventionellen Sanierungsmaßnahmen die Anforderungen der EnEV 2007 für Neubauten deutlich weiter unterschritten werden konnten.
BRITA in PuBS
Integriertes Projekt "BRITA in PuBs" im 6. FRP der EU zum Abbau von Hemmnissen bei der Gebäudesanierung
Das integrierte Projekt hatte das Ziel, die Marktanteile von innovativen und effektiven Sanierungsmaßnahmen zu erhöhen um die Energieeffizienz und den Einsatz von erneuerbaren Energien in Gebäuden zu moderaten Zusatzkosten zu verstärken. Die Realisierung erfolgte durch die wissenschaftliche Begleitung von beispielhaften Sanierungen acht öffentlicher Demonstrationsgebäude in den vier teilnehmenden europäischen Regionen.
Durch die Wahl verschiedener öffentlicher Gebäudetypen sollen Gruppen unterschiedlichen Alters und sozialer Herkunft erreicht werden. Öffentliche Gebäude dienen als Lokomotiven zur Erhöhung des Bewusstseins zum Energiesparen in unserer Gesellschaft. Die Forschungsarbeitspakete beinhalteten sozio-ökonomische Forschung wie z. B.:
- Identifikation der wirklichen Planungsanforderungen und finanzieller Strategien,
- Bewertung von Leitfäden,
- Internet-gestütztes Computertool mit gesammeltem Wissen über Sanierungsmaßnahmen,
- Quality Control Tool-Box (Sammlung von Kontrollinstrumenten während und nach der Bauphase).
Die Projekt-Organisation erfolgte geographisch durch die Regionen, vertikal durch die Verbindung zu den Eigentümern der öffentlichen Gebäude, dem Forschungsteam, den Architekten und den Netzwerken. Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik koordinierte dieses Demonstrationsvorhaben mit 23 Partnern aus neun Ländern als eines der momentan sieben, von der EU ausgewählten, Eco-buildings Demonstrationsprojekte.
Ergänzende Informationen
ENPER-EXIST
Applying the EPBD to improve the Energy Performance Requirements to Existing Buildings
Die EPBD (Energy Performance of Buildings Directive) stellt eine Reihe von Anforderungen speziell für Bestandsgebäude. Die Mitgliederstaaten haben jedoch Probleme, einige der Anforderungen zu realisieren. Das Hauptziel des ENPER-EXIST-Projektes ist, den Start der EPBD im Bereich der Bestandsgebäude zu unterstützen. Das wird erreicht, indem man an drei bedeutenden Problemen arbeitet, die die Mitgliederstaaten bei der Anwendung der Direktive zu lösen haben:
- Mangel an Koordination der fachlichen Arbeiten in Bezug auf Bestandsgebäude
- Mangel an Koordination der nicht-fachlichen Arbeiten, besonders beim Einfluss der Zertifizierung auf den Markt, auf das "Human Capital" und die nationale Verwaltung
- ungenügende Kenntnis des Gebäudebestands.
ENPER-EXIST nutzt ein intensives Netzwerk aus bestehenden nationalen und internationalen Projekten, um die Anstrengungen, diese Aufgabe zu lösen, zusammenzufügen.
Weitere Informationen:
EPA-NR
Energy Performance Assessment of Existing Non-Residential Buildings
Im Zusammenhang mit den nationalen Implementierungen der EPBD, den dabei unterschiedlichen Fortschritten, den CEN Standards und vorhandenen Erfahrungen durch Forschungs- und Entwicklungsprojekten soll EPA-NR die EU-Mitgliedsstaaten bei der Einführung der EPBD unterstützen, in dem eine einfache, allgemein anwendbare Methode zur Bewertung des Energiebedarfs von Bestands-Nichtwohngebäuden erarbeitet wird. Zusätzlich wird das Projekt Beratung für die Teile der EPBD-Einführung bieten, die in Beziehung zu der Methode stehen.
Dabei soll im Einzelnen:
- von den Erfahrungen aus den Mitgliedsstaaten profitiert werden,
- eine Methode und Werkzeuge (inklusive Software) bereitgestellt werden,
- diese getestet und in der praktischen Anwendung gezeigt werden,
- Beratungen angeboten werden für End-Nutzer und politische Entscheidungsträger,
- Wissen und Ideen ausgetauscht werden.
Filderhof
Sanierung eines Pflegeheims in Stuttgart-Vaihingen
Im Rahmen des Forschungsprojekts BRITA in PuBs (Anwendung innovativer Sanierungstechniken in öffentlichen Gebäuden) wurde das Pflegeheim „Filderhof“ in Stuttgart-Vaihingen energetisch ganzheitlich saniert. Dazu hatte die Landeshauptstadt Stuttgart gemeinsam mit dem Projektkoordinator, dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik, einen Förderantrag erarbeitet und bei der Europäischen Kommission im 6. Forschungsrahmenprogramm eingereicht.
Neben der grundlegenden Sanierung der Gebäudehülle wurde auch die Anlagentechnik erneuert. Ziel war es, den Primärenergiebedarf um 56 % zu senken. Durch die energetischen Maßnahmen sollten zukünftig jährlich ca. 140 t weniger CO2 emittiert und die Energiekosten um ca. ein Drittel gesenkt werden. Im Anschluss an die Sanierungsmaßnahmen fand eine Messphase statt, um die tatsächlich erreichten Einsparungen zu verifizieren.
Ergänzende Informationen:
BRITA in PuBs – EU-Gebäudeenergieeffizienz: Leitprojekt zur energetischen Sanierung öffentlicher Gebäude gestartet.
FhG - Energiereport
Erarbeitung eines CO2- und Energiereports für die Liegenschaften der FhG
Die Fraunhofer Gesellschaft gilt als innovatives Unternehmen, dass Vorbildcharakter ausstrahlt und Verantwortung für die kommenden Generationen übernimmt. Dies gilt im besonderen Maße auch für die Umweltbelastung, die durch den Betrieb der Einrichtungen der Gesellschaft verursacht werden. Daher sollten die Fraunhofer-Liegenschaften eine ökologische Vorbildfunktion ausstrahlen.
Die Fraunhofer Gesellschaft mit ihren ca. 80 Einrichtungen residiert in mehr als 200 Gebäudekomplexen, die im Wesentlichen über 20 Jahre alt sind. Etwa die Hälfte hiervon sind
Fraunhofer eigene Liegenschaften, der Rest ist hinzugemietet oder zur Nutzung übertragen worden. Die baualtersspezifische Gebäudeausführung verursacht hohe Energieverbräuche, damit verbundene hohe Umweltbelastungen und zudem hohe Betriebskosten, die das Budget der Gesellschaft wesentlich belasten.
Die Bundesregierung hat im Rahmen ihres "Integrierten Energie- und Klimaschutz Programms (IEKP)" Förderprogramme für die energetische Sanierung von Bundesbauten und Gebäude des Infrastrukturbereiches aufgelegt, in deren Geltungsbereich auch die Gebäude der Fraunhofer Gesellschaft fallen. Es besteht daher ein wirtschaftliches Interesse, die anstehenden Sanierungsarbeiten im Gebäudebestand der FhG mit diesem Förderprogramm zu verbinden.
Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik analysierte die Gesamtheit der Liegenschaften energetisch, führte hierauf aufbauend eine Potenzialabschätzung durch und erstellte einen Maßnahmenkatalog, wie der Energiebedarf und die damit verbundene Umweltbelastung der Fraunhofer-Liegenschaften kurz- und mittelfristig nachhaltig reduziert werden können. In einer objektspezifischen Detailanalyse sollte darauf aufbauend ein individuell abgestimmtes energetisches Sanierungskonzept für alle Gebäude entwickelt werden können, in dem energetische und raumbehaglichkeitsfördernde Maßnahmen aufeinander abgestimmt sind und das dadurch beispielhaft für vergleichbare Gebäude in Deutschland sein kann.
FhG-IZ Stuttgart - Energieversorgungskonzept
Entwicklung eines Konzeptes zur CO2-freien Energieversorgung des Forschungscampus der Fraunhofer-Gesellschaft in Stuttgart
Wohn- und Bürogebäude wurden schon vielfach als CO2-neutrale "Passivhäuser" realisiert – doch ist dies auch bei einem komplexen Forschungscampus möglich? Diese Fragestellung wurde am Beispiel des Fraunhofer Institutszentrums Stuttgart (IZS) untersucht.
Im IZS arbeiten über 1.000 Mitarbeiter in 5 verschiedenen Instituten; die 20 Bauteile haben eine Nettogrundfläche von reichlich 60.000 m². Der Energieverbrauch des Institutszentrums beträgt insgesamt ca. 20 GWh pro Jahr (jeweils ca. 8 GWh Strom und Fernwärme, der Rest als Fernkälte und Erdgas).
Um das Potential einer Energiebedarfsminderung zu untersuchen, wurden die Energieverbräuche den verschiedenen Hauptnutzungen zugeordnet. Die wichtigsten Nutzungsbereiche sind die gebäudebedingten Energieverbräuche wie z. B. Heizung, Beleuchtung und Belüftung, der Energiebedarf des umfangreichen IT-Equipments sowie die zahlreichen Versuchsaufbauten. Hierfür wurde jeweils der Energiebedarf im IST-Zustand und für einen energieeffizienten Idealfall berechnet. Für den verbleibenden Energiebedarf wurden die Potentiale einer regenerativen Energiebereitstellung untersucht. In verschiedenen Varianten wurde das Potential von Photovoltaik, Solarthermie, Geothermie, kleinen Windkraftanlagen und biomassegefeuerten Blockheizkraftwerken errechnet.
Das Ziel ist, den verbleibenden Energiebedarf über das Jahr betrachtet CO2-neutral decken zu können.
CO2 - Gebäudereport
Erstellung des Energieberichts des BMVBS im Rahmen der Informationskampagne zum CO2- Gebäudesanierungsprogramm der Bundesregierung
Im bundesweit ersten CO2-Gebäudereport wird die zentrale Rolle des Gebäudebereichs für Energieeinsparung und Klimaschutz deutlich. 40 % der Endenergie in Deutschland wird für Heizen und Warmwasser in Gebäuden verbraucht, vor allem in Privathaushalten. Von 1990 bis 1996 ist der Verbrauch stark angestiegen. Durch die Modernisierung an den Gebäudeaußenwänden und durch effizienteres Heizen ist aber eine Trendwende geschafft. Insgesamt konnte der CO2-Ausstoß im Wohnbereich von 1990 bis 2005 um 13 %, das heißt um rund 16 Millionen Tonnen, gesenkt werden.
Der Report zeigt weiter, dass bis zum Jahr 2020 durch energetische Sanierungen und Neubauten in Deutschland bis zu 50 Milliarden Euro Heizkosten eingespart werden können. Davon profitieren die Bürgerinnen und Bürger ebenso wie das Klima und die Wirtschaft.
Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik hat gemeinsam mit CO2- Online GmbH im Auftrage des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung diesen Report erarbeitet.
Weitere Informationen:
BESTFACADE - Best Practice for Double Skin Facades
Innovative Fassadenkonzepte sind heutzutage wichtiger denn je. Der Anspruch auf natürliche Lüftung in Nutzgebäuden steigt aufgrund wachsendem Umweltbewusstsein, während gleichzeitig der Energieverbrauch von Gebäuden reduziert werden muss. Eine moderne Fassade sollte behagliches Raumklima, Lärmschutz und gute natürliche Belichtung bei minimalem Hilfsenergieaufwand gewährleisten. Doppelfassaden sind in den letzten 15 Jahren ein wichtiges architektonisches Element geworden, die, integriert in Nutzgebäuden, allen Qualitätsansprüchen gerecht werden können. Jedoch trifft das nicht für alle Doppelfassadenanwendungen der letzten Jahre zu. Ganz im Gegenteil müssen in den meisten Fällen große Klimaanlagen sommerliche Überhitzungsprobleme ausgleichen und der Energieverbrauch übersteigt stark die erwarteten Heizenergieeinsparungen. Deshalb resultiert der architektonische Trend zumeist in einem Rückschritt bezüglich Energieeffizienz und dem möglichen Nutzen der passiven Solarenergie.
Das BESTFACADE-Projekt wird aktiv das Konzept der Doppelfassade vorantreiben. Ein Best-Practice-Leitfaden wird entworfen, der auf einer umfassenden Erhebung von europäischen Doppelfassadenprojekten basiert. Informationen über gebaute Beispiele für Doppelfassaden werden gesammelt, untersucht und bewertet. Durch die Anwendung des Leitfadens können Planer und Baueigentümer die Anwendung von nicht passenden Doppelfassadenkonzepten und damit höheren Energieverbräuchen als konventionelle Fassaden vermeiden. Das Vertrauen der Investoren bezüglich des Energieverbrauchs, der Investitionen und der Instandhaltung wird gestärkt. Eine einfache Berechnungsmethode des Energiebedarfs und der Komfortparameter für nationale Richtlinien wird entwickelt. Diese Methode wird an gemessenen und simulierten Datensätzen evaluiert. Danach wird sie den relevanten CEN-Komitees präsentiert und kann damit in die Bewertungsmethoden der EPBD integriert werden.
Ergänzende Informationen:
Energieausweise für 2 Schulen in Brüssel
Aus Anlass der Veröffentlichung des EU-Aktionsplans für Energieeffizienz im Oktober 2006 wählte die EU-Kommission die deutsche Bewertungsmethode als innovatives Beispiel aus und ließ sich vom IBP Energiezertifikate für zwei europäische Schulgebäude erstellen. EU-Energiekommissar Piebalgs übergab die Energieausweise bei einem Presseevent.
Bild oben: Schule »Erasmus«
Bild unten: Schule »Fabiola«
Das weltweite Interesse an den deutschen Energieausweisen spiegelt auch die Bedeutung der neuen, am Fraunhofer-Institut für Bauphysik wesentlich mitentwickelten, ganzheitlichen Bewertungsnorm DIN V 18599 wieder.
Ausführliche Informationen:
Versuchseinrichtung für energetische und raumklimatische Untersuchungen – V E R U
Die bauphysikalischen und bautechnischen Eigenschaften von Fassadenelementen, besonders von transparenten Systemen, werden üblicherweise durch eine Reihe von labortechnischen Kenngrößen beschrieben. Bei der Beurteilung der praktischen Funktionsfähigkeit unter realistischen Randbedingungen stößt man hiermit jedoch gerade bei komplexen Fassadenelementen an Grenzen.
Um Herstellern, Planern und auch Anwendern derartiger Systeme eine größtmögliche Planungssicherheit anzubieten, errichtet das Fraunhofer Institut für Bauphysik am Standort Holzkirchen ein mehrgeschossiges, modulares Freiland-Versuchsgebäude für energetische und raumklimatische Untersuchungen im Zusammenhang mit Fassadenbauteilen, besonders auch mit transparenten Fassadenbauteilen. Die Systeme werden sowohl in Süd-, Ost- und Westorientierung als auch im Dachbereich montierbar und mit einem dahinterliegenden Raum gekoppelt sein. Untersuchungsziel von Anwendungen an und in dem Gebäude sollen Grundlagenermittlungen für eine integrale Betrachtungsweise von Energieaus- und Energieeinträgen durch Fassaden, Energieverbrauch für Beheizung, Kühlung und Beleuchtung, raumklimatische und visuelle Behaglichkeit sowie von den Wechselwirkungen von Fassadentechnik und technischen Anlagen des Gebäudes sein. Die Mehrgeschossigkeit soll vor allem erlauben, auch innovative Fassadensysteme aus dem Verwaltungsbau wie z. B. Structural-Glazing- oder Glasdoppelfassaden testen zu können. Die Modularität der hinter den Fassadenelementen befindlichen Zellen, deren Raumtiefe und Raumhöhe erlauben Untersuchungen der praxisnahen Auswirkungen typischer Bürosysteme wie lichtlenkende Elemente, Sonnenschutzeinrichtungen usw. Ziel der geplanten ersten Untersuchungsreihen ist die Gewinnung von Planungssicherheit gerade in den Fällen, in denen Normprüfungen, welchen in der Regel standardisierte Randbedingungen zu Grunde liegen, nicht aussagekräftig genug sind. Die technische Bedeutung der Einrichtung liegt darüber hinaus in der Weiterentwicklung von Systemen, welche sich nicht im Versuchsgebäude bewähren.
Weiterführende Informationen:
Green Aluminium
Untersuchungen zum Einfluss von Ganzglasfassaden von Bürogebäuden auf deren Energiebilanzen
Bei der Bewertung von Gebäudekonzepten stehen die Ganzglasfassaden in der Kritik, hohe Energieaufwendungen für die Erstellung zu verursachen. In einer Untersuchung an typisierten Verwaltungsgebäuden, wurde untersucht, wie groß die gebundene Energie von Fassadenkonstruktionen im Vergleich zur Betriebsenergie eines Gebäudes ist und mit welchen innovativen Entwicklungen die Gesamtenergiebilanz von Bürobauten deutlich gesenkt werden kann. Die Untersuchungen sollten den Dialog mit Umweltorganisationen fördern, um auch im Verwaltungsbau mit Metall-/Glasfassaden den Weg zur nachhaltigen Bauweise einzuleiten.
Ziegelhäuser Bochum
Ziegeldemonstrationsgebäude mit extrem niedrigem Heizwärmebedarf
In Bochum wurden 9 unterschiedliche Gebäudekonzepte an grundrissgleichen Reihenhäusern in Ziegelbauweise in einer Baureihe realisiert, die alle einen Heizwärmebedarf von ca. 50 kWh/m²a aufweisen. Damit wurde gezeigt, wie vielfältig Niedrigenergiebauweise mit Ziegelmauerwerk zu realisieren ist.
Die gebauten Objekte wurden in einer zweijährigen Validierungsphase messtechnisch begleitet. Ein umfangreiches Messprogramm mit ca. 1000 Messaufnehmern wurde in der Wohnanlage installiert, um das Gebäude- und Nutzerverhalten detailliert studieren zu können. Neben den Heizwärmeverbräuchen wurden alle anderen Energieverbraucher, Raumtemperaturen und -feuchten kontinuierlich erfasst und ausgewertet, um Aussagen über die Praxistauglichkeit der Gebäudekonzepte machen zu können.
Die Ergebnisse zeigen, dass der vorhergesagte Heizwärmebedarf praktisch erreicht und zum Teil sogar deutlich unterschritten wurde. Baulich konnten alle Kennwerte eingehalten werden. Im anlagentechnischen Bereich traten dagegen noch erhöhte Verluste auf und die kontinuierliche Betriebsweise der Systeme war nicht immer sichergestellt.
Direkt nach dem Bezug der Häuser wurde mittels eines Blower-Door-Test die Luftdichtheit der Gebäude überprüft. Zwei Jahre später ergaben die Messergebnisse eines erneuten Testlaufes, dass die alterungsbedingte Veränderung der Luftdichtheit vernachlässigbar klein ist.
















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