Betonrecycling zum Leuchtturmprojekt gekürt - Fraunhofer IBP wird Bundessieger im Land der Ideen

Presseinformation / 14.11.2013

Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP hat sich bei der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ mit seinem Forschungsprojekt „Recycling von Altbeton“ beworben und wurde nun zum Bundessieger in der Kategorie Wissenschaft gekürt.

Mithilfe der elektromagnetischen Fragmentierung zerlegt Dr. Volker Thome das Gemisch aus Zement, Wasser und Gesteinskörnung in seine Bestandteile.

Die elektrodynamische Fragmentierung ist ein neues Recyclingkonzept für Altbeton, das die Wiederverwertung seiner Einzelbestandteile ermöglicht.

Beim Treffen der 100 Preisträger des Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ in Frankfurt wurde das Fraunhofer IBP als einer von sechs Bundessiegern für seinen Geistesblitz fürs Betonrecycling geehrt. »Die Bundessieger liefern mit ihren Ideen moderne Lösungen für die Zukunft unserer Städte. Sie sind Vorbilder, denn sie setzen ihre Visionen mit Leidenschaft, Engagement und Kreativität in die Tat um«, so beschrieb es Jürgen Fitschen, Co-Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Bank AG. Ulrich Grillo, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie und Präsident des Deutschland – Land der Ideen e.V. erklärte auf der Veranstaltung das Ziel des Wettbewerbs als eine Förderung von Innovationen und Projekten, die besondere Lösungen für die urbanen Zentren von morgen entwickeln. Dazu möchte die Initiative eine Plattform etablieren.

Rund 1000 Unternehmen, Vereine und Forschungseinrichtungen bewarben sich in diesem Jahr bei der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“, um an dem Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ teilzunehmen. Mit der Unterstützung eines Fachbeirates wählte die Jury daraus 100 Preisträger aus den Kategorien Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft, Umwelt, Bildung und Gesellschaft. Aus jeder dieser Kategorien wurde dann ein Bundessieger für sein Projekt mit Leuchtturmcharakter bestimmt. »Ich freue mich ganz besonders über diese Auszeichnung, denn sie würdigt die exemplarische und kreative Entwicklungs- und Forschungsarbeit an unserem Institut«, kommentierte Prof. Dr. Klaus Sedlbauer, Leiter des Fraunhofer IBP, den Preis.

Große Freude herrscht auch bei der Arbeitsgruppe Betontechnologie & funktionale Baustoffe, die sich dem Thema Betonrecycling schon seit geraumer Zeit widmet. Mithilfe der elektrodynamischen Fragmentierung zerlegen sie das Gemisch aus Zement, Wasser und Gesteinskörnung wie Kies oder Kalksplitt in seine Einzelbestandteile. Die Rückgewinnung von hochwertigen Zuschlägen aus Altbeton wird die Recyclingquote in diesem Bereich in wenigen Jahren etwa verzehnfachen und damit auf bis zu 80 Prozent steigern. Gleichzeitig soll die Methode noch bei vielen weiteren Produkten Anwendungen finden, die bislang ebenfalls einfach auf dem Müll landen. So kann auch hier in Zukunft die Wiederverwertungsrate von Rohstoffen deutlich gesteigert werden, denn immerhin fallen jedes Jahr mehrere Millionen Tonnen Bauschutt an. Und in dem Verfahren steckt Potenzial: Deswegen wollen die Fraunhofer-Forscher diese Recyclingmethode auch für Müllverbrennungsschlacke, kohlefaserverstärkte Kunststoffe, Elektroschrott sowie Holzverbunde weiterentwickeln.