/  14.-15.7.2015

Fraunhofer IBP: Fachforum Energieeffizienzhaus-Plus - innovative Gebäude mit erneuerbaren Energien


Gebäude sind ein zentraler Bestandteil unserer Zivilisation. Sie sorgen nicht nur für den umfassenden Schutz vor Witterungseinflüssen und sichern ein hohes Maß an Komfort und damit Lebensqualität, sondern sie repräsentieren auch im hohen Maße kulturelle und soziale Aspekte der Gesellschaft. Hierzu gehört auch die Problematik, dass etwa die Hälfte unseres Endenergieverbrauchs auf den Gebäudesektor entfällt. Insbesondere vor diesen Hintergründen hat die Europäische Union bereits vor Jahren eine Novellierung der europäischen Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden verabschiedet, die ab dem Jahr 2019 bzw. 2021 beim Neubau die Realisierung von Niedrigstenergiegebäuden (Nearly Zero Energy Buildings) fordert. Über die hiermit verbundenen Kosten wird europaweit derzeit intensiv diskutiert und spekuliert, da in den Ländern häufig nur geringe Erfahrungen mit diesem Baustil vorherrschen.

Mit den heute bereits verfügbaren Technologien ist es jedoch möglich, den Wärme- und Strombedarf von Neubauten aber auch von Bestandsgebäuden soweit zu senken, dass der verbleibende Restbedarf größtenteils oder auch komplett durch erneuerbare Energien gedeckt werden kann. Entwicklungen der letzten Jahre zeigen sogar, dass die Gebäude vom Energiekonsumenten zum Energieproduzenten werden können. Diese Entwicklungen werden durch den Titel »Energieeffi zienzhaus-Plus – Innovative Gebäude mit erneuerbaren Energien« charakterisiert. Hierbei handelt es sich um energieoptimierte Gebäude, deren relativ geringer Energiebedarf in der Jahresbilanz komplett durch erneuerbare Energie gedeckt wird und Überschüsse sogar noch für die Mobilität oder für andere Konsumenten bzw. Gebäude bereit gestellt werden. Diese Entwicklungen werden daher eines der Zukunftsthemen im Bereich der Bauindustrie und Gebäudetechnik sein. In Kreisen der EU werden derartige Gebäudeenergiekonzepte sogar schon als Mindestanforderungen für das Jahr 2030 diskutiert, die das Niedrigstenergiegebäudeniveau ablösen könnte.

Um einen interdisziplinären und umfassenden Wissens- und Erfahrungsaustausch aller Akteure und Akteurinnen auf dem Gebiet der Entwicklung, der Realisierung und des Betriebs von zukunftsorientierten energieoptimierten Gebäuden und deren Energiesystemen zu ermöglichen, haben wir uns entschlossen, die neue Tagungsreihe »Energieeffizienzhaus-Plus – Innovative Gebäude mit erneuerbaren Energien« zu etablieren. Die Präsentation eines breiten Spektrums von innovativen Neu- und Bestandsgebäuden mit unterschiedlichen Energiekonzepten wird ein Schwerpunkt der Veranstaltung sein. Wir möchten aber auch über aktuelle Entwicklungen und Trends in der Forschung informieren, die das Potential haben in den nächsten Jahren in die Umsetzung zu kommen. Daher sollen in weiteren Themengebieten die unterschiedlichen Technologien zur Effizienzsteigerung im Baubereich wie z. B. Wärmedämmmaterialien und Fassadensysteme sowie zur Wärme- und Stromversorgung wie z. B. Solarthermieanlagen, Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen, Biomasse-Heizkessel, Brennstoffzellen und Kraft-Wärme-Kopplungs- Anlagen, Beleuchtungssysteme und -komponenten, Energiemanagmentsysteme sowie andere auf Informations- und Kommunikationstechnologien basierende Lösungen behandelt werden.