Verbesserung der Schalldämmung von Ständerwänden bei tiefen Frequenzen

© Foto Fraunhofer IBP

Messaufbau zur Bestimmung der Schalldämmung von Ständerwänden mit punktförmiger periodischer Beschwerung

Gipskarton-Ständerwände lassen sich schnell und kostengünstig herstellen und bei Bedarf auch wieder entfernen, so dass sich der Grundriss der Räume auch nachträglich an unterschiedliche Bedürfnisse anpassen lässt. Auch im Hinblick auf den baulichen Schallschutz sind Ständerwände – zumindest im Hinblick auf menschliche Sprache und ähnliche Geräusche – Wänden in massiver Bauweise durchaus ebenbürtig. Sie sind daher nicht nur im Büro- und Industriebau äußerst beliebt, sondern werden zunehmend auch im Wohnungsbau eingesetzt.

Allerdings besteht bei Ständerwänden ein grundsätzliches akustisches Problem: wegen ihrer zweischaligen Bauweise dämmen sie den Schall bei hohen Frequenzen sehr gut, bei tiefen Frequenzen ist hingegen nur eine geringe Schalldämmung vorhanden. Für zwei Wohnräume, die durch eine Ständerwand voneinander getrennt sind, hat dies unter Umständen unangenehme Konsequenzen: wird in einem der Räume mit einer Musikanlage, die über einigermaßen gute Lautsprecherboxen verfügt, Rockmusik oder andere basshaltige Musik abgespielt, hört der Nachbar im angrenzenden Raum – ob er will oder nicht – automatisch mit. Dies gilt selbst dann, wenn die Musikanlage auf Zimmerlautstärke betrieben wird. Und bekanntlich macht Rock- und Popmusik ja erst bei ausreichend hoher Lautstärke wirklich Spaß...

Es sind also wirksame Lösungen gefragt, um Ständerwände bei tiefen Frequenzen akustisch zu verbessern. Im IBP wird dazu auf ein Verfahren zurückgegriffen, zu dem zwar bereits theoretische Untersuchungen existieren, praktische Erfahrungen aber noch weitgehend fehlen. Das Verfahren umfasst die Beschwerung der Wände mit einer Vielzahl punktförmiger Massen, die auf einem periodischen Raster angeordnet sind. Durch geeignete Abstimmung der Konstruktionsparameter lässt sich die Schalldämmung bei den akustisch kritischen Frequenzen (im vorliegenden Fall bei der Doppelschalenresonanz der Ständerwand) gezielt verbessern. Dadurch wird im Vergleich zur derzeit üblichen mehrfachen Beplankung der Wände mit weniger zusätzlicher Masse ein besserer Schallschutz bei tiefen Frequenzen erreicht.

Bei den bisherigen Laborversuchen bestehen die Massen aus Stahlblech und werden von außen auf die Wand aufgeklebt (siehe Bild). Für die praktische Anwendung am Bau ist die Verwendung anderer Materialien sowie die innenseitige Befestigung der Massen oder ihre Integration in die Gipskartonplatten vorgesehen.