Kombiprüfstand

Kombiprüfstand Bauakustik
© Fraunhofer IBP

Leichte Bauteile mit erweiterter Funktionalität und gestalterischem Spielraum gewinnen zunehmend an Bedeutung. Fassaden sind längst nicht mehr nur eine Schutzhülle. Sie müssen vielseitige Architektur in Form und Material mit Multifunktionalität vereinen, indem sie z.B. Licht und Klima regulieren sowie Anlagen zur Energie- und Datenversorgung integrieren. Trotz der erweiterten Aufgaben bleiben die »klassischen« bauphysikalischen Anforderungen, wie etwa der bauliche Schallschutz, weiterhin bestehen. Ganz ähnlich ist die Situation bei haustechnischen Anlagen, wie z. B. Wasser- und Sanitärinstallationen, die in leichten Bauteilen verschiedener Art untergebracht werden müssen. Auch hier sind platzsparende Bauweise, hohe Gestaltungsansprüche und geräuscharmer Betrieb miteinander in Einklang zu bringen. Ein typisches Beispiel hierfür sind leichte Installationswände mit integrierter Sanitärtechnik, welche die klassische Massivbauweise in wachsendem Maße ersetzen.

Die beschriebenen akustischen Herausforderungen sind Gegenstand intensiver Forschung und Entwicklung am Fraunhofer IBP. Für die erforderlichen experimentellen Untersuchungen wird eine erweiterte Laborumgebung benötigt, die auf eine Kombination von leichter Bauweise und technischer Funktionalität ausgerichtet ist. Vor diesem Hintergrund wurde ein neuer, flexibler Prüfstand konzipiert und errichtet, mit dem Geräusche von Wasserinstallationen in Leichtbauweise sowie die Schalldämmung von geschosshohen Fassadenelementen und Türen, einschließlich der entsprechenden Dichtungen und Funktionsfugen gemessen werden können. Darüber hinaus lassen sich die Luft- und Trittschalldämmung von Deckenauflagen und Unterdecken messtechnisch untersuchen.

Mit dem neuen Kombiprüfstand wurde das Spektrum der verfügbaren bauakustischen Prüfungen deutlich erweitert und die Wirtschaftlichkeit dieser Dienstleistungen weiter verbessert. Das Testspiel für leichte Bauteile geht am Fraunhofer IBP in eine neue Runde.