Historische Gebäude

Bei historischen Gebäuden gilt es, maßgeschneiderte und individuelle Lösungen zu finden. Dabei fehlen allerdings oftmals wichtige Informationen: Zum einen sind die verbauten Materialien häufig nicht genau bekannt. Zum anderen werden bei der Ertüchtigung mitunter Materialien und Systeme verwendet, für die es (noch) keine belastbaren Aussagen zur Dauerhaftigkeit und Gebrauchstauglichkeit in diesem speziellen Einsatzgebiet gibt.

Durch ihre langjährige und umfassende Erfahrung erkennen die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP bauphysikalische Zusammenhänge. Dadurch können sie in Zusammenarbeit mit Planern und Denkmalschützern kompetent individuelle Lösungen für oben genannte und folgende weitere Fragestellungen entwickeln:

  • Wie reagieren das Gebäude und die enthaltenen Kunstobjekte auf die geplante bauliche Maßnahme? Welche speziellen bauphysikalischen Anforderungen eines Altbaus muss das Sanierungskonzept berücksichtigen?
  • Wie können Kulturstätten vor der Feuchtebelastung durch große Besucherströme geschützt und gegebenenfalls denkmalverträglich klimatisiert werden? Welche Baustoffe und Bauelemente sind zur Verwendung geeignet, z. B. für die Innendämmung oder beim Fenstertausch?
  • Ist das ausgewählte Material mit der Originalsubstanz aus denkmalpflegerischer und bauphysikalischer Sicht ausreichend kompatibel?
  • Gibt es Lösungsvarianten aus nachwachsenden Rohstoffen?
  • Wie können Feuchteschäden vermieden bzw. behoben werden?

Durch die Bündelung vielfältiger Kompetenzen werden ganzheitliche Lösungen entwickelt, die sowohl denkmalpflegerischen als auch bauphysikalischen Ansprüchen gerecht werden. Dazu wenden die Forscher des Fraunhofer IBP u. a. folgende Methoden an:

  • Hygrothermische Gebäude- und Bauteilsimulation
  • Kennwertermittlung von historischen Baumaterialien
  • Labortechnische Klimasimulation (z. B. Klima-/Wechselklimabelastung, Besonnung, künstliche Bewitterung)
  • Freilandversuche
  • In-situ-Monitoring
  • Objektbezogene Planung und Steuerung raumlufttechnischer Anlagen

Ausgewählte Projekte

 

Climate for Culture

In diesem Projekt wurde der Einfluss des Klimawandels auf Kulturgüter untersucht. Dazu wurden am Fraunhofer IBP die Simulationssoftware WUFI®Plus verwendet um das zu erwartende Raumklima vorherzusagen. Eine Veränderung der Schadenswahrscheinlichkeiten und der Betriebskosten zur Gebäudekonditionierung konnte ermittelt werden.

 

Kulturreise durch Raum und Zeit

Der Klimawandel gefährdet jahrhundertealte Wandmalereien, Gemälde, Möbel und Textilien. Lässt sich der Verfall stoppen? Im EU-Projekt »Climate for Culture« suchen Forscher nach Lösungen.

 

Klimastabilität historischer Gebäude

Im Auftrag der Bayerischen Schlösser- verwaltung hat das Fraunhofer IBP unter anderem die Auswirkungen von Klima und Besuchern auf das Innenraumklima von Schloss Linderhof und des Königshauses am Schachen untersucht und gemeinsam neue Lösungsansätze entwickelt.

 

Stilvoll beschützt

Für ein denkmalgeschütztes schmiede- eisernes Jugendstiltor, das trotz glas- überdachter Stahlbetonvitrine durch vom Wind eingetragenen Schlagregen stark bewittert wird, wurde mit Hilfe bau- physikalischer Untersuchungen rechnerisch geprüft, ob eine Kompletteinhausung Einfl üsse ausschließen könnte, welche die Korrosion beschleunigen.

 

Geschäftsfeld

Kulturerbeforschung

Das Fraunhofer IBP beschäftigt sich mit vielfältigen Fragen zum Erhalt von materiellem Kulturgut. Die Leistungen und Kompetenzen der verschiedenen Abteilungen werden dabei im Geschäftsfeld Kulturerbe-Forschung gebündelt.