Trocknung von Estrichschichten

© Fraunhofer IBP

In der Klimakammer des Fraunhofer IBP wird der Trocknungsverlauf eines Estrich-Probekörpers beobachtet.

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Mit Hilfe der im Labor ermittelten Kennwerte ist es rechnerisch möglich (hier mit der Bauteilsimulationssoftware WUFI® Pro) das Austrocknungsverhalten vorherzusagen. Hier sieht man den Temperatur- und Feuchteverlauf über den Fußbodenaufbau mit XPS Dämmung zu einem bestimmten Zeitpunkt des Simulationszeitraums.

Estriche weisen nach der Neuverlegung oder nach Wasserschäden hohe Wassergehalte auf. Dies kann zu hohen Raumluftfeuchten und Schimmelpilzwachstum an den Oberflächen und in Hohlräumen führen. Nasser Estrich muss daher vor einer erneuten Fußbodenverlegung und Gebäudenutzung wieder getrocknet werden. Dabei ist die Trocknungsgeschwindigkeit zwar auch von der Trocknungsmethode abhängig jedoch vielmehr vom verwendeten Estrich. Um den Trocknungsverlauf und die Trocknungsdauer von verschiedenen Estrichen vorhersagen zu können wurden verschiedene Materialkennwerte im Labor bestimmt und Trocknungsversuche unterschiedlicher Estrichsorten durchgeführt.

Für die Untersuchungen wurden häufig eingesetzte Anhydrit-Estriche sowie Zementfließ-Estriche herangezogen. Hierbei wurden von jeder Estrichsorte verschiedene Zusammensetzungen mit verschiedenen Zuschlägen und Bindemittelanteilen untersucht. Es konnte festgestellt werden, dass in Abhängigkeit der Estrich Zusammensetzung Trocknungszeiten von ca. vier Wochen bis hin zu sechs Monaten und damit erhebliche Unterschiede möglich sind.

Bei Estrichen ist zusätzlich festzustellen, dass sich höhenabhängig unterschiedliche Materialeigenschaften einstellen können. So kann durch aufschwemmen von Feinstanteilen eine dünne Oberflächenschicht entstehen die die Austrocknung behindert. Weiterhin können Sedimentationsvorgänge eintreten, wodurch sich zusätzliche Schichten mit verschiedenen Eigenschaften ausbilden. Aus diesen Gründen wurden die Estrichproben in verschiedene Schichten unterteilt und die Materialkennwerte für jede Schicht separat ermittelt. Diese Höhenabhängigkeit muss auch bei Berechnungen Berücksichtigung finden.

Mit den gewonnenen Erkenntnissen und den ermittelten Materialkennwerten der verschiedenen Estriche können die Forscher nun mit Hilfe von hygrothermischen Simulationsprogrammen das Trocknungsverhalten der Estriche unter den unterschiedlichsten Bedingungen zu simulieren. Ist der verwendete Estrich bekannt, können auch die verschiedenen Trocknungsverfahren zur Beschleunigung der Austrocknung genauer untersucht werden.

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