Schnellbewitterungsanlage zur Beurteilung des Bewuchsrisikos von Aussenbeschichtungen

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Die Schnellbewiterungsanlage liefert schon bei kurzen Versuchsdauern Aussagen zur Bewuchsanfälligkeit von Außenbeschichtungen gegen

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Typischer Wachstumsverlauf nach Freilandversuchen

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Angewandter Klimazyklus

Die Bewuchsanfälligkeit von Außenbeschichtungen kann derzeit realitätsnah nur über mehrjährige Freilandversuche geprüft werden. Für die Entwicklung neuer Beschichtungsstoffe bedeutet dies aber entweder eine nicht vertretbare Verzögerung oder das Risiko, nicht ausreichend getestete Materialien auf den Markt zu bringen. Ein neues realitätsnahes Schnellbewitterungsverfahren soll hier Abhilfe schaffen.

Die übliche Praxis bei Schnellbewitterungsverfahren besteht in einer deutlichen Verstärkung der einwirkenden Randbedingungen oder extremer Verkürzung der Belastungszyklen, gegebenenfalls auch aus einer Kombination von beidem. Darauf wird der mikrobielle Bewuchs aber eher mit Stress und damit einer Verringerung des Bewuchses reagieren. Deshalb müssten natürliche Randbedingungen zugrunde gelegt werden. Wie aber ist dann eine Beschleunigung des Wachstums möglich?

Wie aus früheren Untersuchungen hervorgeht, findet der Aufwuchs vor allem im Herbst statt. Durch die simulierte Aneinanderreihung von mittleren Herbsttagen sollte also eine Beschleunigung um den Faktor vier erreichbar sein; und das ohne Anwendung »unnatürlicher« überzogener Randbedingungen. Wesentlich dabei ist, dass auch die mittlere nächtliche Betauung als Hauptfeuchtequelle einbezogen wird. Bei der entwickelten Versuchsanlage zur kontrollierten Bewitterung können deshalb die Rückwände zur Betauung der eingebrachten Proben gekühlt werden. Durch seitlich angebrachte Öffnungen wird konditionierte Luft eingebracht. Düsen besprühen die Proben mit kalkfreiem Regenwasser und zwei in die Türen integrierte Lampen simulieren Tageslicht.

In der Prüfkammer können bis zu 50 Fassadenbeschichtungsproben gleichzeitig bewittert werden. Die Proben werden regelmäßig mit einem Cocktail aus typischen Primärbesiedlern beimpft. Zur quantitativen Erfassung von Aufwuchs wird eine am Fraunhofer IBP entwickelte visuelle Bewertungsskala verwendet, die auch bei früheren Freilandversuchen zum Einsatz kam.

Diagramm 1 zeigt den im Freilandversuch ermittelten Verlauf des Bewuchses (Balken) über drei Jahre und einen daraus abgeleiteten typischen zyklischen Wachstumsverlauf (durchgezogene Linie). Den für die Bewitterungsanlage ausgewählten Tagesgang des Klimazyklus mit den Parametern Lufttemperatur, Luftfeuchte und daraus resultierende Taupunkttemperatur sowie die Oberflächentemperatur der Standardprüfkörper zeigt Diagramm 2.

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