Vorhersage der Feuchteverhältnisse in Umkehrdachdämmungen

© Fraunhofer IBP
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Umkehrdachdämmungen sind gegen einwirkende Witterung nicht durch zusätzliche Abdichtungen geschützt. Die für die Beschwerung der Dämmung erforderlichen Deckschichten, beispielsweise aus Gehwegplatten, Kies oder Pflanzsubstrat, sorgen zusätzlich für eine Speicherung von Niederschlagsfeuchte und im Regelfall nur kurze trockene Perioden oberhalb des Dämmmaterials.

Infolge dieser Einbausituation können auch stärker diffusionshemmende Dämm­platten durch den im Temperaturgradienten unter der Dämmung vorhandenen Feuchtefilm langfristig eine Feuchteakkumulation aufweisen, die insbesondere dann zu berücksichtigen ist, wenn die Deckschichten nicht austrocknen. Dieser Tatsache wird bereits seit einigen Jahren bei der Zulassung durch einen Zuschlag auf die Wärmeleit­fähigkeit der Materialien Rechnung getragen. Mit seiner Hilfe soll die sich im Mittel der Einbaudauer ergebende Wärmeleitfähigkeit berücksichtigt werden.

Mit Hilfe hygrothermischer Simulationen ist es mittlerweile möglich, bei bekannten Randbedingungen die Feuchteverhältnisse in Konstruktionen auch langfristig zuverlässig vorherzusagen.

Im Rahmen des vom DIBt geförderten Projekts »Abschätzung der Feuchtezuschläge auf die Wärmeleitfähigkeit von Umkehrdachdämmungen auf Basis von Objektuntersuchungen und hygrothermischen Berechnungen« entstand eine Zusammenarbeit mit dem Münchener FIW Forschungsinstitut für Wärmeschutz. Auf der Grundlage von Freilandversuchen und Labormessungen wurden neue Berechnungsmodelle für die Beurteilung von Umkehrdächern entwickelt.

Diese Modelle berücksichtigen die spezifische Einbausituation von Umkehrdächern einschließlich des Feuchtehaushalts der Deckschichten und des sich bildenden Feuchtefilms unter den Dämmplatten. Damit wird eine genauere Quantifizierung und Differenzierung der Zuschlagswerte in Abhängigkeit der Materialkennwerte, und nicht nur des Materialtyps, sowie der genauen Einbausituation des Dämmstoffs (Schichtenaufbau, Trennlage, Begrünung etc.) ermöglicht.

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Dr. Daniel Zirkelbach

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