Zweiter Workshop »Lighting & Mass Personalization« – Navigationssystem für Entwickler

15.11.2018

© Fraunhofer IBP

Demonstration des »Hybrider Mock-Up« am Fraunhofer IBP.

Namhafte Hersteller der »DACH-Region«, Lichtplaner, Business Developer, Produktmanager und -designer fanden sich am 15. November 2018 am Fraunhofer-Institutszentrum Stuttgart ein, um gemeinsam mit Wissenschaftlern des Fraunhofer IBP weitere Forschungs- und Entwicklungspotenziale am Leistungszentrum »Mass Personalization« hinsichtlich Lichttechnik auszuloten und die Zusammenarbeit gezielt zu vertiefen.

Als Auftakt stellte Daniel Neves Pimenta von der Fachgruppe »Lichttechnik und passive Solarsysteme« des Fraunhofer IBP unterschiedliche Beispiele personalisierter Leuchten vor. Zudem legte er einzelne Customer Journeys dar, wobei er die unterschiedlichen Nutzerbedürfnisse und Marktzugänge sowie die immer stärkere Segmentierung der beratungsintensiven Leuchtenbranche hervorhob. Thomas Betten von der Abteilung Ganzheitlichen Bilanzierung präsentierte einen »Mass Personalization Canvas« zur besseren Identifikation von Nutzerbedürfnissen und Anforderungen der Lichtbranche. Die Teilnehmer nutzten in dieser Veranstaltung dieses Werkzeug als Übungsbeispiel.

Angereichert mit theoretischem Wissen besichtigten die Teilnehmer verschiedene Exponate und Demonstratoren. Der »Hybride Mock-Up«  ermöglicht es beispielsweise, über eine VR Brille Kunst- und Tageslichtstimmungen sichtbar zu machen, aber auch Wärme von simulierter, direkter Sonneneinstrahlung zu spüren. Als nächstes Querschnittsthema im Bereich Kundenansprache führte der Softwarespezialist Simon Wössner, ebenfalls Wissenschaftler von »Lichtechnik und passive Solarsysteme« ein Beispiel aus der Mixed Reality vor: Ein Tablet bildet ein Fenster an einer Fassade ab und macht an Ort und Stelle technische Parameter sichtbar. Ein weiteres künstliches Fenster des Fraunhofer IBP, welches fensterlose Räume aufwerten soll, schloss die Tour durch die virtuellen Demonstratoren ab. Lichttechnische Meßeinrichtungen wie die Ulbrichtkugel oder der Goniophotometer demonstrierten die Kompetenzen des Fraunhofer IBP auf diesem Gebiet. Besonderes Augenmerk galt hier nutzerzentrierten Licht- und Sensorkonzepten für Bildschirmarbeitsplätze und der fassadenintegrierten Beleuchtung.

Abschließend diskutierten die Teilnehmer über die vielen Möglichkeiten der Entwicklung und Forschung am Stuttgarter Campus und thematisierten auch ihre Fragen hinsichtlich der Anwendung des Massenpersonalisierungskonzepts im eigenen Unternehmen. In einem waren sich die Lichtexperten einig: Den Kunden besser zu verstehen und die Unternehmensprozesse auf ihn auszurichten, ist in Zeiten zunehmender Vernetzung und Globalisierung wichtiger denn je – ob als inhaltlicher Rahmen für die digitale Transformation, als Unterstützung für Logistik und Warenwirtschaft oder, wie es ein Teilnehmer pragmatisch zusammenfasst, »als Navigationssystem für Entwickler«.