Sanierungskosten ermitteln

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Innovative Design Tools für die Sanierung von Stadtquartieren

Die Klimaziele Deutschlands und der Europäischen Union sind ambitioniert. Sollen sie erreicht werden, muss der Gebäudebestand dringend energetisch saniert werden. Wichtig sind hierbei Quartierssanierungen: Dabei werden zahlreiche Gebäude in einem Stadtteil auf ein besseres energetisches Niveau gebracht. Quartierssanierungen, also die parallele Umsetzung von energetischen Verbesserungen bei vielen Gebäuden in einem Stadtteil, leisten einen wichtigen Beitrag.

District Energy Concept Adviser
© Shutterstock/GaudiLab/ Fraunhofer IBP
Eingabe eines Wohnquartiers in den District Energy Concept Adviser (Screenshot).
Sanierungshemmnisse auf Quartiersebene
© Shutterstock / s_oleg
Das EU-Projekt »Mobilization of innovative design tools for refurbishing of buildings at district level (MODER)« analysiert Sanierungshemmnisse auf Quartiersebene.
Energetisches Stadtteil-Niveau
© Fraunhofer IBP
Zur Erreichung der ambitionierten Klimaziele müssen möglichst viele Gebäude eines Stadtteils parallel auf ein besseres energetisches Niveau gebracht werden.

Integrale Methode für energetische Sanierungen auf Quartiersniveau

Wo liegen Hindernisse, an denen Quartierssanierungen scheitern? Dies analysierte ein Forscherteam des Fraunhofer IBP im EU-Projekt »Mobilization of innovative design tools for refurbishing of buildings at district level (MODER)«. Dabei betrachtete es sowohl die Wirtschaftlichkeit (Business Models) als auch die benötigten Planungshilfsmittel und die Umsetzungsmethoden. In einem zweiten Schritt definierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sinnvolle Technologiepakete aus den Bereichen Gebäudehülle, technische Gebäudeausrüstung, Mess- und Regeltechnik, zentrale Energieerzeugung und Verteilung, erneuerbare Energien und Informations- und Kommunikationstechnik. Zusätzlich entwickelten sie Hilfsmittel für die Planung – und zwar für unterschiedliche Ziele –, testeten sie anhand von Fallbeispielen und validierten sie.

 

Der MODER District Energy Concept Adviser

Mit dem erweiterten Werkzeug des Fraunhofer IBP – dem »District Energy Concept Adviser«, DistrictECA – können Stadtplaner, Umweltbeauftragte, Investoren und Wohnungsbaugesellschaften unterschiedliche zentrale und dezentrale Energieversorgungskonzepte für Quartiere energetisch bewerten. Die besondere Stärke des DistrictECA liegt in der frühen Planungsphase: In ihm lassen sich Quartiere mithilfe von Typgebäuden und Standardwerten einfach und schnell eingeben, auch wenn die genauen Gebäudeentwürfe noch nicht bekannt sind. Auf diese Weise können verschiedene Konzeptvarianten energetisch bewertet werden – was es den Entscheidern erleichtert, schon früh die richtigen Entscheidungen in puncto Energieeffizienz und Energieversorgung zu treffen.

 

Kostenermittlung vor und nach der Sanierung

Im EU-Projekt erweiterte das Team das Tool um wichtige Module: So ermöglicht es eine Kostendatenbank, die Investitionskosten der geplanten Sanierungsmaßnahmen sowie der Energiekosten vor und nach der Sanierung zu ermitteln und weitere dezentrale und zentrale Energieversorgungsarten inklusive Speichertechnologien zu bewerten. Technologiepakete erlauben es, Sanierungskombinationen schnell auf mehrere ausgewählte Gebäudetypen anzuwenden. Dazu kommt: Durch nationale Typgebäude und Nutzerprofile lässt sich das Tool auch für weitere Länder nutzen.

 

Kostenfreie Verfügbarkeit von MODER

Die Software ist kostenfrei verfügbar und kann auf der Internetseite www.district-eca.de heruntergeladen werden. Die Anwendung mit Typgebäudebibliotheken und vielen Standardwerten lässt sich in wenigen Schritten weiter anpassen und ist einfach, schnell und anschaulich. Die nationalen Kennwerte hierfür wurden anhand vorhandener nationaler Datenbanken und den Erfahrungen des Fraunhofer IBP aus Demonstrationsprojekten ermittelt. Die Berechnungsbibliothek des DistrictECA basiert auf der zugrunde liegenden Norm der deutschen Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD).

 

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