DressMAN 2.0

Produktentwicklung DressMAN 2.0

© Foto Fraunhofer IBP

Das vom Fraunhofer IBP entwickelte Messsystem DressMAN 2.0 basiert auf maximal 16 an eine Grundeinheit anschließbare Äquivalenttemperatursensoren.
Die Sensoren sind im Normalfall an einer, mit einem Anzug bekleideten, Trägerpuppe angebracht. So können sie über den gesamten Körper verteilt an beliebiger Stelle positioniert und ausgerichtet werden. Anstelle der Trägerpuppe kann der Anzug auch von einem Menschen getragen werden, z. B. von einem Fahrer während einer Testfahrt.

  • Der DressMAN 2.0 misst an bis zu 16 verschiedenen Körperteilen das umgebende Raumklima und bewertet dadurch den Gesamtkomfort.
  • Die resultierenden Äquivalenttemperaturen können über Korrelationen aus Probandenversuchen in Behaglichkeitswerte übersetzt werden.
  • Das Messsystem integriert bei Bedarf zusätzlich Lufttemperatursensoren und Strömungssonden.

Bei Untersuchung des thermischen Komforts in Fahrzeugen werden bislang oftmals nur einzelne Klimaparameter (z. B. Lufttemperatur) des Fahrzeuginnenraums vermessen. Jedoch können sich unterschiedliche Ausprägungen der Einzelparameter im thermischen Empfinden kompensieren, wie beispielsweise ein kalter Luftzug bei hoher Sonneneinstrahlung. Für den trockenen Wärmeaustausch des Menschen mit seiner Umgebung sind dabei die folgenden Größen entscheidend:

  • Lufttemperatur
  • mittlere Luftgeschwindigkeit
  • mittlere Strahlungstemperatur der Umschließungsflächen
  • direkte und diffuse Sonneneinstrahlung

Für Messungen des Innenraumklimas in Gebäuden, Fahr- und Flugzeugen anhand einer thermischen Summengröße ist am Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP bereits seit vielen Jahren die erste Generation des DressMAN im Einsatz.

Das Systemkonzept setzt dabei verstärkt auf den Einsatz von kommerziell verfügbaren Komponenten und eine vollständige Eigenentwicklung der Systemsoftware.
Zudem wurde ein neuer Komfortsensor entwickelt, der die Messung der Äquivalenttemperatur ermöglicht. Dieses in der DIN EN ISO 14505-2 definierte Klimasummenmaß fasst die Größen Lufttemperatur, Luftgeschwindigkeit und Wärmestrahlung zusammen. Damit werden thermische Umgebungsbedingungen mit nur einem Zahlenwert beschreibbar, was eine vergleichende Bewertung unterschiedlicher Klimaszenarien ermöglicht.

Momentan wird DressMAN 2.0 bei Partnern aus dem Forschungsvorhaben E-Komfort in Klimakammerversuchen getestet, um damit neue Klimatisierungskonzepte für Elektrofahrzeuge zu evaluieren.

Weitere Einsatzmöglichkeiten des DressMAN 2.0 und seiner Sensorik ergeben sich im Luftfahrtbereich, sowohl in der Flugzeugkabine, als auch im Cockpit, um den persönlichen Komfort von Passagieren und Besatzungsmitgliedern zu optimieren.