Zollverein 2.0: Energiestandort neu gedacht − Studie zur emissionsfreien Betriebsführung des UNESCO-Weltkulturerbes Zeche Zollverein

Blick auf die Zeche Zollverein
© Fraunhofer IBP
Zeche Zollverein – Wahrzeichen des Ruhrgebiets, Monument der Industriekultur und Symbol für den Wandel der einst größten Steinkohlenzeche der Welt.
3D-Modell zur Zeche Zollverein
© Fraunhofer IBP
3D-Modell zur Zeche Zollverein.

Die Stiftung Zeche Zollverein untersucht Möglichkeiten, um den Betrieb ihrer Gebäude emissionsfrei zu gestalten und gleichzeitig den historischen Wert des Industriedenkmals Zollverein zu bewahren. Zu diesem Zweck wurde eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, um die potenziellen Einsparungen verschiedener Transformationskonzepte in Bezug auf die Anforderungen an den Denkmalschutz zu bewerten. Die Studie berücksichtigt Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz des baulichen Erbes sowie Maßnahmen für eine emissionsneutrale Wärmeversorgung des UNESCO-Weltkulturerbes.

Projektziele

Im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie strebt die Stiftung Zeche Zollverein an, den Betrieb des historischen Industriedenkmals klimaneutral zu gestalten. Dazu werden Handlungsoptionen identifiziert, die den effizienten Einsatz von Energie sowie die Nutzung erneuerbarer Ressourcen fördern, etwa durch die Nutzung von Grubenwasser als Wärmequelle.

Wesentliche Ziele sind die Minimierung des Ressourcenverbrauchs, die Reduzierung der CO2-Emissionen und die energieeffiziente Sanierung der denkmalgeschützten Gebäude. Dabei gilt es, den Erhalt des kulturellen Erbes mit den Erfordernissen des Klimaschutzes in Einklang zu bringen.

Die Zeche Zollverein soll als zukunftsweisender Standort im Strukturwandel der Rhein-Ruhr-Region fungieren und ihre Tradition als Energiestandort weiter ausbauen.

Stand des Projekts

Für die Überprüfung der Ziele wurde eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, um zu ermitteln, wie der Betrieb des UNESCO-Welterbes Zollverein klimaneutral gestaltet werden kann.

Zunächst wurde eine umfassende Analyse der Bestandsgebäude und der Energieinfrastruktur durchgeführt. Dabei wurde der derzeitige Energiebedarf der Liegenschaft ermittelt sowie geplante und bereits umgesetzte Maßnahmen erfasst. Für die Dimensionierung der Energieinfrastruktur wurden drei Szenarien betrachtet: ein Referenzszenario, das den aktuellen Zustand beschreibt, und zwei Sanierungsszenarien mit realistischen und ambitionierten Effizienzmaßnahmen. Besonders wichtig war es hierbei, die denkmalpflegerischen Anforderungen an die Gebäude der Zeche Zollverein zu berücksichtigen. Die drei betrachteten Gebäudeszenarien bilden eine große Bandbreite in Bezug auf die Genehmigung und Umsetzung der Effizienzmaßnahmen an den Gebäuden ab.

Die Ergebnisse zeigen, dass durch gezielte Sanierungsmaßnahmen eine Reduktion der gebäudebedingten Treibhausgasemissionen um 10 bis 15 % möglich ist. Durch den Einsatz von Photovoltaik (PV) können Emissionen weiter reduziert werden. 

Projektpartner

  • Stiftung Zollverein
  • Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien IEG