EER - Projekt

Strahlungskonzentration und Blendung

Simulation der Strahlungskonzentration
© Fraunhofer IBP

Ergebnis aus einer Simulation zur Strahlungskonzentration

Beispiel des Brennglas-Effekts, City Center Las Vegas
© Getty Images / Ethan Miller

Strahlungskonzentration und Blendung, hervorgerufen durch eine konkav ausgebildete Glasfassade (City Center, Las Vegas)

Walkie Talkie - Gebäude London
© Shutterstock / IR Stone

»Walkie Talkie« Gebäude in London mit nachgerüsteten Verschattungselementen

durch Wolkenkratzer-Fassaden und andere spiegelnde urbane Oberflächen


Neue Analyseverfahren und Vermeidungsstrategien

 

Strahlungskonzentrationen durch konzentrierend ausgebildete Glasfassaden können zu Materialschädigungen (beispielsweise Versagen von Kunststoffen, wie z.B. Dichtungen in Fassaden) oder zu zum einen als störend empfundenen oder zum anderen die Sehfunktion (Sicherheit!) beeinträchtigende Blendungen führen.

Das sogenannte »Walkie Talkie«-Gebäude in London ist das bekannteste Beispiel für diesen »Brennglas-Effekt«, bei dem eine konkav ausgeführte Glasfassade zu Schädigungen und starken Blendungen in der städtischen Nachbarschaft führte. In der Folge war die 160 Meter hohe Fassade kostenintensiv mit speziell ausgelegten Verschattungselementen (»Brise Soleil«) nachzurüsten.

 

In mehreren Vorhaben wurden am Fraunhofer IBP vergleichbare Probleme an Fassaden behandelt und mit den Auftraggebern Vermeidungsstrategien - im Idealfall - bereits in der Planungsphase oder aber nach Errichtung der Gebäude erarbeitet.

 

 

 

 

Vorgehensweise

Hierzu wurde ein numerisches Bewertungsverfahren entwickelt:

1) auf Grundlage von CAD- und genauen Materialmodellen wird zunächst die Strahlungskonzentration (Brennpunkte, Kaustiken) oder Blendungsproblematik analysiert: in welchem Umfang treten die Konzentrationen an welchem Ort, für welche Dauer auf?

2) Hierbei wird zugleich verortet wo und unter welchen relativen Winkeln die Strahlung von der reflektierenden Fassade emittiert wird.

3) Auf Grundlage dieser Informationen können
a) bereits in der Planungsphase oder
b) nach Errichtung,
Vermeidungsstrategien entwickelt werden: z. B. auf Basis gering reflektierender oder lichtstreuender Gläser, (teil-) opaker, metallischer Verschattungsgitter, etc.