Online-Software GENERIS®

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Einfacher Vergleich verschiedener Design - und Konstruktionsalternativen in Bezug auf ihre Umweltwirkungen entlang der Wertschöpfungskette.

Die lebenszyklusorientierte Planung von Bauwerken

Der weltweite Ressourcenbedarf, der schon jetzt die natürliche Regenerationsfähigkeit unserer Umwelt um ein Vielfaches übersteigt, nimmt weiter zu. Hierbei leistet das Bauwesen als einer der ressourcenintensivsten Wirtschaftszweige einen erheblichen Beitrag: Rund 40 Prozent des Primärenergiebedarfs und rund 33 Prozent der Treibhausgasemissionen in Europa sind auf die bebaute Umwelt zurückzuführen. Um dieser Entwicklung nachhaltig entgegenzuwirken, müssen zukünftige Bauwerke nicht nur in Bezug auf ihren Energiebedarf, sondern auch hinsichtlich der Umweltemissionen über den gesamten Lebenszyklus optimiert werden. Dadurch werden im Sinne eines wirtschaftlichen Ressourcenumganges die Materialgewinnung für die Erstellung der Baumaterialen, der Energiebedarf in der Nutzungsphase wie auch der Rückbau und das Recycling der Materialien zu Akteuren, die einer Berücksichtigung bedürfen.  

Die Fortschritte der Energieeinsparung in den letzten Jahren können sich sehen lassen: lag 1990 der Primärenergiebedarf eines Hauses noch bei durchschnittlich 150 kWh/(m²*a), ist er heutzutage bei einer Größenordnung unter 50 kWh/(m²*a) angekommen (siehe Abbildung 1). Vielversprechende Modellprojekte im Bereich des Energieeffizienten Bauen unterschreiten diesen Wert genauso wie Plusenergiehäuser, die im Jahresdurchschnitt mehr Energie produzieren, als für ihren Betrieb notwendig ist.

Auf Grund des verringerten Energiebedarfs rücken nunmehr verstärkt Betrachtungen zur Optimierung ökologischer Umweltwirkungen über den gesamten Gebäude-Lebenszyklus in den Fokus. Im Gegensatz zu Gebäuden mit erhöhtem Energiebedarf, bei denen die Gesamtumweltwirkungen durch die Nutzungsphase dominiert werden, ist bei Niedrigenergiehäusern das Verhältnis zwischen Nutzungsphase und den Lebenszyklusphasen »Herstellung«, »Instandhaltung« und »Lebensende« annähernd ausgeglichen. Durch diesen proportional kleineren Einfluss der Nutzungsphase avancieren die eingebrachten Materialen zum Dreh- und Angelpunkt. Um künftig Umweltwirkungen, wie beispielsweise Treibhausgasemissionen, über den gesamten Lebenszyklus – nicht nur für die Nutzungsphase – abbilden zu können, bietet die standardisierte Methode der Ökobilanzierung den idealen methodischen Untersuchungsrahmen.

Hier setzt die Online-Software GENERIS® an: Sie unterstützt Architekten und Planer, die sich in der täglichen Praxis mit den komplexen Anforderungen des nachhaltigen Bauens konfrontiert sehen, Bauteilkonstruktionen, Systemkomponenten und Gebäude in Bezug auf ihren ökologischen Fußabdruck zu optimieren. Dabei kommt GENERIS® nicht nur für die Erstellung von Ökobilanzen entsprechend der aktuellen Normung und in Übereinstimmung mit den Zertifizierungssysteme DGNB und BREEAM für nachhaltige Gebäude zum Zug, sondern dient auch als Entscheidungsunterstützung während des gesamten Planungsprozesses.
 

© Fraunhofer IBP

Entwicklung des energiesparenden Bauens