POMPEJI Arch&Lab: Restaurierungsarchiv und Ausstellungslabor

Max-Planck/Fraunhofer-Kooperationsprojekt

- Beiträge zu einer nachhaltigen Erhaltung der Stadt -

© Foto Fraunhofer IBP

Littmann, Max: Inneres eines Hauses: Ansicht

Pompeji als lebendige Stadt (18. - 21. Jhd.)

Die Erhaltung von und der Umgang mit antiken Stätten ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. So verfügt Pompeji, die am vollständigsten erhaltene antike Stadt weltweit, über ein sehr reiches bauliches Kulturerbe, dessen Bewahrung vor besonderen Aufgaben steht.

Mit der Zusammenführung der technologischen Kompetenzen des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP und der kunst- und kulturwissenschaftlichen Expertise des Kunsthistorischen Instituts in Florenz - Max-Planck-Institut will dieses im Sommer 2015 begonnene Kooperationsprojekt einen substanziellen Beitrag zum Verständnis des Umgangs mit Denkmälern und dem nachhaltigen Schutz des monumentalen Erbes leisten: In dem naturwissenschaftlichen Ansatz werden die an den pompejanischen Originalen eingesetzten Restaurierungsverfahren und deren Dauerhaftigkeit im Detail analysiert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Untersuchung von Architekturoberflächen und Mörteln.

Aus kunsthistorischer Perspektive erweist sich Pompeji als Archiv der Geschichte der Restaurierungen seit dem 18. Jahrhundert in ihren zeit-, wissens- und technikhistorischen Kontexten.

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Littmann, Max: Stadt mit Vesus: Perspektive

In dem Projekt werden die bislang verstreuten oder noch nicht gehobenen Quellen und Materialien zu 250 Jahren Restaurierungs- und Musealisierungsgeschichte in Pompeji zusammengeführt, wissenschaflich analysiert und erforscht. Sie dienen zugleich als Wissensbasis für die Entwicklung neuartiger Restaurierungsmaterialien und für innovative Ansätze in der historischen Erforschung Pompejis, das sich als ein multiples Phänomen erweist: Was wir am Ort selbst sehen, ist nicht einfach eine ausgegrabene historische Stadt, die durch den berühmten Vulkanausbruch im Jahr 79 verschüttet wurde, sondern ein Neben‑ und Übereinander einer Vielzahl von Restaurierungen und musealen Neukonfigurationen von Dekorationen und Dingwelten. Die gewonnenen Erkenntnisse über die Gestaltung und Formung der Antikenstätte seit dem 18. Jahrhundert sollen in Kooperationen mit weiteren Partnern eingebracht werden. So wird die Grundlage gelegt, um die weitere Aufarbeitung der Stadt und ihrer musealen Vermittlung in ihren mehrschichtigen antiken wie neuzeitlichen Temporalitäten zu entwickeln.

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Littmann, Max: Pompeji - Casa Regina Margherita, Detail Wandmalerei, 1888

Um pompejanische Wandmalereien im Befund dauerhaft zu erhalten, sind optimal angepasste Restaurierungsmörtel notwendig. Heutige Verfahren aus der modernen Baustoffforschung wie Raman Spektroskopie, die elektrodynamische Fragmentierung, hochaufgelöste 3D-Bildgebung und computergestützte Analysen großer Datenmengen in Kombination mit traditionellen Methoden der Mörtelanalyse erlauben es, die Mischung von Baustoffen bis in den Partikelbereich zu rekonstruieren. So können die Rezepturen der in früheren Restaurierungsphasen in Pompeji verwendeten Mörtel rekonstruiert und bewertet werden; die gewonnenen Ergebnisse bilden die Grundlage zur Entwicklung neuer Restaurierungsmaterialien für eine nachhaltige Konservierung.

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Naturwissenschaftliche Untersuchung historischer Mörtel

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Ralf Kilian

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