Gipsrecycling: Baustoffe aufbereiten statt deponieren

Gips
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Schon heute stecken bis zu zehn Prozent Gips – als Baumaterial in Wänden, Decken und Böden – in der Gebäudesubstanz hierzulande. Nach einem Abriss werden Gipsabfälle bislang größtenteils deponiert, denn bei der Wiederverwertung in Recycling-Baustoffen (sogenannte RC-Baustoffe) bereiten sie massive Probleme. Daher unterliegt die Verwendung in RC-Baustoffen sehr strengen Vorgaben (DIN 4226-100): So dürfen RC-Baustoffe des Typs 1 (Betonsplitt, Betonbrechsand) lediglich 0,2 Massenprozent Gips enthalten, RC-Baustoffe des Typs 2 (Bauwerksplitt / Bauwerkbrechsand) 0,5 Massenprozent.

Werden diese Werte überschritten, muss der Bauschutt deponiert werden. So fallen jährlich allein in Deutschland ca. fünf Millionen Tonnen Bauschutt-Feinfraktionen (< 2 Millimeter) an, die u. a. aufgrund der Gipsproblematik direkt auf die Deponie wandern. Doch selbst die Deponierung gestaltet sich hinsichtlich der hohen Sulfatauslaugung und des Eintrags ins Grundwasser schwierig. Neben reinen Gipsbaustoffen sind davon auch sulfathaltige Baustoffe wie beispielsweise Porenbeton betroffen.

Methode zur chemischen Aufbereitung entwickelt

Basierend auf chemischen Analysen von Bauschutt und Modellwänden geht man bisher davon aus, dass ein durchschnittlicher Gipsgehalt in Gebäuden (und damit auch im Bauschutt) von 3,6 Massenprozent realistisch ist. In Einzelfällen konnte jedoch auch ein Gipsanteil von bis zu 10 Massenprozent in der verbauten Baustoffmasse festgestellt werden.

Da sulfathaltige Mineralphasen in den meisten Baustoffen nicht physikalisch, sondern chemisch gebunden sind, eignen sich hier nur chemische Aufbereitungsmethoden für das Recycling. Diese Art der Aufbereitung haben unsere Expert*innen entwickelt, ein Demonstrator steht ebenfalls im Labormaßstab zur Verfügung. Sprechen Sie uns an, wir unterstützen Sie gern!

Highlightprojekte

  • Aufbereitung von gipshaltigem Bauschutt zur Rückgewinnung von hochwertigem Gips im Labormaßstab
  • Machbarkeitsstudie zur Aufbereitung von Bauschuttstoffströmen mithilfe der Baucycle- und ENSUBA-Verfahren