Forschungsprojekt »Psychoakustisch determinierte Schallschutzklassen für den Holzbau« gestartet

16. Juli 2020

Mit einem digitalen Kick-Off ist das Forschungsprojekt »SKH-CO2 – Psychoakustisch determiniertes Klassifikationssystem zum Schallschutz für CO2-bindende Bauweisen« gestartet. Gefördert wird das Vorhaben von der Fachagentur nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) im Rahmen des »Waldklimafonds«-Programms. Im Verbund mit dem Holzbau Deutschland-Institut verfolgt das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP – genauer die Gruppen »Psychoakustik und Kognitive Ergonomie« sowie »Bauakustik« der Abteilung Akustik – hierbei das Ziel, ein psychoakustisches Klassifikationssystem zu erarbeiten, das eine leicht zu kommunizierende Beurteilungsskala für die akustische Qualität von Einfamilienhäusern definiert und folglich eine Prognose bezüglich der zu erwartenden Zufriedenheit bzw. Unzufriedenheit ihrer Bewohnerinnen und Bewohner ermöglicht.

Forschungsprojekt Holzbau
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Das Projekt soll die Akzeptanz gegenüber der Holzbauweise steigern sowie zu deren qualitativem Wachstum beitragen.

Die üblichen Konstruktionslösungen im Holzbau sind vielfältig. Durch das Projekt wird für die bauausführenden Unternehmen die wichtige Voraussetzung geschaffen, das entsprechend große Spektrum an Schallschutzkennwerten mittels einer feingliedrigen Einstufung in verschiedene Qualitätsklassen einzuordnen. Diese Qualitätsstufen werden durch Messungen in zahlreichen Holzhäusern mit unterschiedlichen Deckenaufbauten, mittels Befragungen der Bewohnerinnen und Bewohner und Probandenversuchen in Laboren des Fraunhofer IBP ausgearbeitet. Das interdisziplinäre Team aus den Fachrichtungen der Ingenieursdisziplinen sowie aus Psychologie und Soziologie forscht dabei in enger Abstimmung mit einem erweiterten Projektteam aus Verbänden und der Industrie.

Mit dem psychoakustischen Schallschutz-Klassifikationssystem wird ein wirkungsvolles Instrument entwickelt, das maßgeblich zur Ausräumung von Vorbehalten und Hemmnissen im Vorfeld einer Investitionsentscheidung beiträgt. Ein wesentliches Element ist daher auch die Erarbeitung eines Leitfadens, der planende und ausführende Unternehmen dabei unterstützt, die Qualität des baulichen Schallschutzes unter Berücksichtigung der akustischen Besonderheiten fachgerecht auszuarbeiten und herzustellen.

Das Projekt soll die Akzeptanz gegenüber der Holzbauweise steigern sowie zu deren qualitativem Wachstum beitragen. Darüber hinaus stärkt es das Bewusstsein für die mit einer Holzverwendung verbundenen Vorteile (Nachhaltige Rohstoffnutzung, Ressourceneffizienz, Energieeffizienz, Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft).

Formell ist das Forschungsprojekt am 1.6.2020 gestartet und läuft bis zum 31.10.2021.

Zur Projektbeschreibung der Fachagentur nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR)