Akustik
Fallen Regentropen auf horizontale Gebäudebauteile wie Dächer, Dachfenster oder Fensterbänke, erzeugen sie zum Teil unerwünschte Geräusche. Dieser Effekt kann sowohl im Außenbereich als auch im Gebäudeinneren zu Lärmbelastungen für Gebäudenutzende oder Nachbarn führen. Im Regengeräuschprüfstand führen unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daher Messungen des Schallintensitätspegel Li,A (Schallleistung pro 1 m² Dachfläche) durch, der beim Aufprall von reproduzierbaren »Normregen« auf geneigten Dachflächen entsteht. Diese Messungen sind besonders relevant für Dachkonstruktionen aus Materialien wie Folienkissen, Metalldach, Blechdach, Stehpfalz und Profildach (ETFE).
Die Montage der Dachkonstruktionen erfolgt entweder vollflächig in der vorhandenen Dachöffnung mit 3,7 x 2,7 m bei einer Dachneigung von 5° oder im Aufsatz für Oberlichter mit einer lichten Öffnung von 1,25 x 1,50 m bei einer Dachneigung von 45°. Die Einbaumaske für Oberlichter kann auch für Parameterstudien an Dächern verwendet werden (z. B. Blechdach mit und ohne Beschichtung, Wärmedämmung usw.)
Für die Anregung wird üblicherweise der schwere Regen nach DIN EN ISO 10140 verwendet, was eine standardisierte und reproduzierbare Messumgebung schafft. Zusätzlich kann am selben Aufbau auch die Luftschalldämmung nach DIN EN ISO 10140 gemessen werden, aufgrund der vorhandenen Einbaumaske allerdings nur bis Rw ≈ 35 dB (Oberlichter) bzw. Rw ≈ 45 dB (Dächer).
Die so gewonnenen Messdaten und wissenschaftlichen Erkenntnisse können in Forschungs- und Entwicklungsvorhaben genutzt werden, um Dachkonstruktionen hinsichtlich ihrer akustischen Eigenschaften zu qualifizieren und normativ einzuordnen sowie einen wissenschaftlichen Beitrag zur Reduktion von Lärmimmissionen in der bebauten Umwelt zu leisten. Kontaktieren Sie uns, um mehr über Untersuchungs- und Kooperationsmöglichkeiten im Bereich der Messung von Regengeräuschen und der wissenschaftliche Bewertung, Validierung und Weiterentwicklung von Dachkonstruktionen zu erfahren.
Messungen und Prüfungen sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Forschungsarbeit. Sie liefern belastbare Daten über die Eigenschaften und das Verhalten von Materialien, Bauteilen und Systemen. Die gewonnenen Erkenntnisse aus den Versuchen sind der Ausgangspunkt zur Bearbeitung von Forschungsfragen. Basierend auf Messdaten werden neue Entwicklungen validiert und bestehende Lösungen weiterentwickelt. Damit fließen sie unmittelbar in Forschungs- und Entwicklungsvorhaben sowie in den Wissens- und Technologietransfer ein.
| Messgröße | Regengeräuschpegel |
| Norm | DIN EN ISO 140-18, DIN EN ISO 10140-1 bis 5 |
| Messobjekte |
Dächer, Dachkonstruktionen, Dachfenster, Oberlichter, Lichtkuppeln, Membranen, Systeme zur Regengeräuschminderung |
| Raumvolumen (2 Räume) |
100 m3 und 50 m3 |
| Prüfstandtür (H × B) |
2,05 m × 1,91 m |
| Einbaurahmen (nach Norm) |
3,71 m × 2,71 m (Dächer), 1,50 m × 1,25 m (Dachfenster) |
| Neigung |
5° (Dächer), 30° (Dachfenster) |
An eingebauten Messobjekten kann auch die Luftschalldämmung bestimmt werden.