Wasserdampf-Durchlässigkeit und Wasserdampfdiffusion fundiert bestimmen

Feuchteschutz durch verlässliche Messwerte

Belastbare Kennwerte für Feuchteschutz, Produktentwicklung, Qualifizierung und Nachweise: Das Fraunhofer IBP unterstützt Unternehmen bei der Bestimmung, Bewertung und normativen Einordnung diffusionsrelevanter Material- und Systemkennwerte.

Feuchteprobleme entstehen häufig dort, wo sie zunächst nicht sichtbar sind: im Inneren von Bauteilen. In dichten Gebäudehüllen kann sich Wasserdampf durch Diffusion anreichern und zu Tauwasser, Schimmel oder Materialschäden führen. Solche Risiken werden in der Praxis oft erst spät erkannt und daraus ergeben sich zentrale Fragestellungen für Unternehmen: Welche diffusionsrelevanten Kennwerte sind erforderlich? Zeigt das Produkt eine feuchteabhängige Wasserdampfdiffusion? Wie verhält sich ein Material im realen Einsatz? Welche normativen Grundlagen sind maßgeblich?

Durch wissenschaftlich fundierte Mess- und Bewertungsverfahren schaffen die Expertinnen und Experten des Fraunhofer IBP Klarheit.

Auf Basis 

  • der Wasserdampfwiderstandszahl (μ-Wert),
  • des Wasserdampfwiderstands (sd-Wert),
  • der Feuchtestromdichte des Diffusionskoeffizienten

wird das Diffusionsverhalten von Materialien und Systemen belastbar charakterisiert und im normativen Kontext eingeordnet. So entstehen verlässliche Grundlagen für Planung, Produktentwicklung, Qualifizierung und Nachweise. Das Risiko von Feuchte- und Bauschäden kann dadurch deutlich reduziert werden.

Ihre Vorteile: validierte Kennwerte für Feuchteschutz, Produktentwicklung und Anwendungssicherheit

Die wissenschaftliche Begleitung durch das Fraunhofer IBP unterstützt Unternehmen dabei, das Diffusionsverhalten von Materialien, Bauteilen und Systemen nachvollziehbar zu beschreiben. Die gewonnenen Werte schaffen eine belastbare Grundlage für Weiterentwicklung, Validierung, Transfer und die Qualifizierung von Produkten auf der Grundlage von Normen.

Was ist Wasserdampfdiffusion? Und welche Kennwerte sind entscheidend?

Die Wasserdampfdurchlässigkeit beschreibt die Fähigkeit eines Baustoffs, Wasserdampf durch Diffusion hindurchzulassen. Treibend ist ein Feuchtegefälle zwischen den Umgebungen eines Materials. Beeinflusst wird der Prozess durch Materialeigenschaften, Schichtdicke und klimatische Randbedingungen.

Ein zentraler Kennwert ist die Diffusionswiderstandszahl μ. Sie beschreibt den Widerstand eines Materials im Vergleich zu ruhender Luft (μ = 1). Ergänzend wird der sd-Wert verwendet, der μ-Wert und Schichtdicke zu einer anschaulichen Größe verknüpft. Er beschreibt den Diffusionswiderstand als äquivalente Luftschichtdicke. Bei Materialien mit feuchteabhängigem μ-Wert, etwa feuchteadaptiven Dampfbremsen, ergeben sich je nach Feuchte unterschiedliche μ-Werte. Hohe Werte begrenzen den Feuchteeintrag, niedrige Werte ermöglichen das Austrocknen von Konstruktionen.

Belastbare Kennwerte zur Wasserdampfdurchlässigkeit helfen, Feuchte- und Bauschäden frühzeitig zu vermeiden und kostenintensive Nachbesserungen im Betrieb zu reduzieren. Für Hersteller werden Produktdaten konsistenter und Verfahren klarer. Planende, Bauherren und öffentliche Auftraggeber erhalten eine nachvollziehbare Basis für Feuchteschutznachweise nach DIN 4108-3, GEG und WTA-Merkblättern. Entscheidungen zu Produktentwicklung, Bauteilaufbau oder Sanierungsstrategie basieren damit auf validierten und nachvollziehbaren Daten.

Wissenschaftliche Leistungen zur Bestimmung und Validierung der Wasserdampfdurchlässigkeit

Für die messtechnische Einordnung der Wasserdampfdurchlässigkeit bietet das Fraunhofer IBP ein breites Spektrum wissenschaftlich fundierter Leistungen:

  • DIN EN ISO 12572: Normkonforme Bestimmung von Diffusionskennwerten unter definierten Klimabedingungen – als Grundlage für Produktcharakterisierung und Qualifizierung
  • DIN EN 12086: Bestimmung materialspezifischer Kennwerte für Dämmstoffe im Kontext von Weiterentwicklung und Qualitätssicherung
  • DIN EN ISO 7783-2: Analyse von Beschichtungssystemen mit Einordnung in Permeabilitätsklassen für unterschiedliche Anwendungen
  • DIN EN 1931 und EN ISO 12572: Charakterisierung von Folien, Dachbahnen und Abdichtungssystemen im Kontext von Gebäudehüllen
  • ASTM E 96/ E 96M: Durchführung international anschlussfähiger Messverfahren zur Einordnung für globale Märkte
  • DIN EN 13469 und DIN EN ISO 12629: Analyse der Wasserdampfdurchlässigkeit von Wärmedämmstoffen für die Haustechnik
  • DIN EN 772-15 und DIN EN 1015-19: Bestimmung der Diffusionskennwerte für Mörtel und Mauerwerk 
  • DIN 4108-3 und DIN 68800-2: Normative Einordnung der Ergebnisse im Kontext für den Feuchteschutznachweis
  • DIN EN ISO/IEC 17025: Bereitstellung akkreditierter Ergebnisberichte als belastbare Grundlage für Nachweise und Verfahren

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf - wir begleiten Sie wissenschaftlich fundiert bei der Bestimmung und Validierung der Wasserdampfdurchlässigkeit Ihrer Materialien und Systeme.

Typische Materialgruppen und Systeme

Die Untersuchungen können für unterschiedlichste Materialien und Systeme innerhalb der Gebäudehülle sowie im Bereich der technischen Dämmung relevant sein.

Dämmstoffe

Kennwertbestimmung und Einordnung für Entwicklung, Qualifizierung und Qualitätssicherung.

Folien & Dachbahnen

Bewertung feuchteschutzrelevanter Eigenschaften in der Gebäudehülle.

Beschichtungssysteme

Analyse und Klassifizierung der Wasserdampfdurchlässigkeit für unterschiedliche Anwendungen.