Ministerrat des Landes Baden-Württemberg beschließt Forschungsprogramm zur Reduzierung der Virenübertragung durch Aerosole

22. Dezember 2020

Virenhaltige Aerosole spielen bei der Weiterverbreitung des Corona-Virus eine zentrale Rolle. Die »Healthy Air Initiative« besteht aus einem Netzwerk von Fraunhofer-Instituten und weiteren Partnern und verfolgt ein integriertes Konzept aus Forschung, Wissenstransfer und Vernetzung, das Unternehmen schnell und praxisnah wissenschaftlich fundierte Lösungen für die Raumlüftung zur Aerosolvermeidung aufzeigt. In einem ersten Baustein entstehen neue Beratungszentren an Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft. Diese fungieren als Anlaufstelle für kleine und mittlere Unternehmen bei allen Fragen zur Ausgestaltung der Raumlüftung in Zeiten der Pandemie. Um den Informationsbedarf auch von Anbietern bzw. Herstellern von Geräten und Anlagen zur Luftreinigung abzudecken, teilen die Beratungszentren ihre Erfahrungen aus der Beratungspraxis.

Das Konzept sieht als zweiten Baustein den Betrieb von Testumgebungen und die Durchführung von Wirksamkeitstests von Luftreinigungstechnologien insbesondere mittels Corona Surrogat-Viren in Zusammenarbeit mit Herstellern vor. Damit lassen sich schnell belastbare Erkenntnisse zur Wirksamkeit von Luftreinigungstechnologien zur Infektionsprävention gewinnen. Der dritte Baustein umfasst wissenschaftliche Untersuchungen zur Effektivität von mobilen und festinstallierten Luftreinigern zur Reduzierung von infektiösen SARSCoV-2-Aerosolen.

An der Umsetzung der »Healthy Air Initiative« sind verschiedene Fraunhofer-Institute beteiligt. Als wissenschaftliche und organisatorische Transferbasis des Beratungszentrums sind die Stuttgarter Fraunhofer-Institute IBP (Fraunhofer-Institut für Bauphysik), IGB (Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik) und IPA (Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung) involviert. Sie werden unterstützt von den Instituten der Universität Stuttgar IABP (Institut für Akustik und Bauphysik IABP) und IFF (Institut für Fertigung und Fabrikbetrieb) und nutzen ihre landesweite Vernetzung mit weiteren kompetenten Institutionen.