Seminarreihe für den richtigen Umgang mit unserem kulturellen Erbe

Presseinformation / 28.6.2017

Unser kulturelles Erbe ist unersetzbar. Es zu erhalten und zu schützen, steht in unserer besonderen Verantwortung. Doch welche Maßnahmen zur Sanierung und zum Erhalt sind sinnvoll und auch ökologisch vertretbar? Die neue Seminarreihe »Bauphysik in der Denkmalpflege« behandelt Themen rund um Bauphysik, Energieeffizienz und denkmalpflegerische Maßnahmen an Bestandsgebäuden und Baudenkmalen. Veranstalter ist das Fraunhofer-Zentrum für energetische Altbausanierung und Denkmalpflege in Benediktbeuern, das innovative und dauerhafte Lösungen für die energetische Altbausanierung und die Erhaltung historischer Gebäude durch Bündelung von Kompetenzen aus Forschung, Handwerk, Planung, Industrie und Denkmalpflege erforscht.

© Foto Fraunhofer IBP

Mit maßgeschneiderten individuell angepassten bauphysikalischen Lösungen, die sowohl die Bausubstanz als auch das Interieur langfristig wirksam schützen, lassen sich historische Gebäude behutsam sanieren.

Nicht nur der Zahn der Zeit nagt an historischen Bauwerken, auch das Wetter oder eine intensive Nutzung durch immer mehr Besucher machen historischen Gebäuden zu schaffen. Während viele Gebäude durch energetische und sicherheitstechnische Sanierung der modernen Zeit angepasst werden und anschließend dem neuesten Stand der Technik entsprechen, lassen sich diese Konzepte nicht so ohne weiteres auf die historische Bausubstanz übertragen. »Es besteht kein Zweifel über die Notwendigkeit energetischer Einsparungen vor dem Hintergrund der globalen Debatte um den Klimawandel, aber wir können nicht alle historischen Bauten zu Plusenergiehäusern umbauen. Gefragt sind maßgeschneiderte, individuell angepasste Lösungen, die sowohl die Bausubstanz als auch das Interieur langfristig wirksam schützen«, bringt Prof. Hartwig Künzel, Leiter der Abteilung Hygrothermik am Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP, den Kern des Problems auf den Punkt.

 

»Unser Anliegen ist, Bauherren, Planern und ausführenden Firmen mehr Sicherheit im Umgang mit historischen Bauwerken zu geben. Deshalb wollen wir in unseren Seminaren vermitteln, wie bauphysikalische Gesetzmäßigkeiten funktionieren und wie sich diese mit denkmalpflegerischen Grundsätzen in Einklang bringen lassen«, führt Künzel aus. Die eintägige Seminarreihe mit den Themen »Klimastabilität historischer Gebäude« und »Schadensvermeidung im Altbau und Baudenkmal« startet im Herbst 2017 und bietet die Chance, Forschungsergebnisse und deren Anwendung in der Praxis aus erster Hand kennenzulernen. Bei Interesse folgen weitere Seminarangebote.

Seit den 80er Jahren forscht das Fraunhofer IBP auf dem Gebiet der Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege. Auf dieser Expertise baut das Fraunhofer-Zentrum für energetische Altbausanierung und Denkmalpflege am Kloster Benediktbeuern auf, das die Fraunhofer-Institute IBP und IRB vor sieben Jahren gründeten. Als Sanierungs- und Untersuchungsobjekt wählten die Wissenschaftler die Alte Schäfflerei, die heute als Demonstrations- und Seminargebäude dient. Neben unterschiedlichen Ansätzen zur Innendämmung sind dort auch Untersuchungen zur Wandheizung, zur Fassaden­sanierung und zur Auswirkung von verschiedenen Sanierungsvarianten auf den Feuchtegehalt von Holzbalkenköpfen durchgeführt worden. Weitere Untersuchungen zur Sanierung historischer Fenster und Energiegewinnung im Dachbereich ohne sichtbare Anlagentechnik sind geplant. Die Leitlinien Forschung, Demonstration, Wissensgenerierung und Wissensvermittlung stehen dabei an vorderster Stelle.

Mehr Informationen zu den Veranstaltungen:

22. September 2017

»Klimastabilität historischer Gebäude«

17. November 2017
»Schadensvermeidung im Altbau und Baudenkmal«