Akustik
Steigende Anforderungen an Energieeffizienz, Komfort und Produktqualität machen Geräuschentwicklung zunehmend zum Wettbewerbsfaktor. Laute Luftdurchlässe, störende Strömungsgeräusche in Lüftungssystemen oder unerwartete Geräuschentwicklungen im Betrieb treten oft erst unter realen Einbaubedingungen auf – und können dann Qualität, Kosten und Kundenzufriedenheit beeinträchtigen.
Mit unserer Forschungs- und Anwendungsplattform für Strömungsakustik-Tests – kurz F.A.S.T. – steht am Fraunhofer IBP in Stuttgart eine Prüfplattform zur Verfügung, mit der strömungsinduzierte Geräusche realitätsnah analysiert, reproduzierbar verglichen und gezielt bewertet werden können. So werden akustische Ursachen sichtbar und fundierte Entscheidungen für Entwicklung, Optimierung und Markteinführung möglich.
Strömungsinduzierte Geräusche entstehen, wenn Luftbewegungen auf Geometrien treffen und dabei Turbulenzen, Wirbel oder Druckschwankungen erzeugen. Diese werden als Schall wahrgenommen – oft als Rauschen, Pfeifen oder Dröhnen.
Hersteller und Entwickler von Komponenten der Lüftungs- und Klimatechnik, Raum- und Prozesslufttechnik sowie Anbieter von Brandschutz- und Luftverteilungskomponenten kennen diese Fragen: Warum ist mein Bauteil im Betrieb lauter als erwartet? Welche Designvariante verursacht weniger Strömungsgeräusche? Wie wirken sich Volumenstrom, Druckverlust und Einbausituation auf den Schall aus? Mit F.A.S.T. lassen sich diese Fragestellungen gezielt untersuchen.
Die Prüfplattform nutzt eine geräuscharm ausgelegten Windkanal und kombiniert diese mit aerodynamischen Komponenten, Schalldämmmodulen und präziser Messtechnik. So können definierte Strömungszustände erzeugt und die daraus entstehenden Geräusche systematisch erfasst werden.
Die Messlogik ist anschlussfähig an etablierte, international anerkannte Vorgehensweisen zur Schallbewertung in Kanälen, etwa In-duct-Methoden zur Bestimmung von Schallleistung sowie Laborverfahren zur Bewertung von Einfügungsdämpfung, Strömungsgeräusch und Druckverlust (nach DIN EN ISO 7235) bei Kanalschalldämpfern und Luftdurchlässen. Damit entsteht eine belastbare Grundlage, um Produktvarianten und Einbauszenarien reproduzierbar zu vergleichen – ohne sich allein auf Feldbeobachtungen oder schwer übertragbare Einzelmessungen zu stützen.
Die Inbetriebnahme einer neuen Mess- und Prüfstrecke (siehe Bild) erfolgte 2026 über Vergleichsmessungen mit bestehender Infrastruktur (Schalldämpfer-Prüfstand). Für praxisnahe Einbaubedingungen steht eine modulare Kanal- und Einbaustrecke zur Verfügung:
Je nach Fragestellung können folgende Module kombiniert werden:
Kontaktieren Sie uns und erfahren Sie, wie reproduzierbare Messungen, fundierte Variantenvergleiche und realitätsnahe Prüfbedingungen Ihre Produktentwicklung unterstützen – für leisere, robustere und marktgerechte Produkte.
Messungen und Prüfungen sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Forschungsarbeit. Sie liefern belastbare Daten über die Eigenschaften und das Verhalten von Materialien, Bauteilen und Systemen. Die gewonnenen Erkenntnisse aus den Versuchen sind der Ausgangspunkt zur Bearbeitung von Forschungsfragen. Basierend auf Messdaten werden neue Entwicklungen validiert und bestehende Lösungen weiterentwickelt. Damit fließen sie unmittelbar in Forschungs- und Entwicklungsvorhaben sowie in den Wissens- und Technologietransfer ein.