Workshop »Lighting & Mass Personalization«

19.7.2018

Photogoniometer
© Fraunhofer IBP/Bernd Müller

In den Räumen der Lichttechniker gab es u.a. ein Photogoniometer zu besichtigen.

Freifeldraum des Fraunhofer IBP
© Fraunhofer IBP

Die Teilnehmer bestaunen den Freifeldraum des Fraunhofer IBP.

Um die Forschungsvorhaben des Leistungszentrums »Massenpersonalisierung« an den konkreten Bedarf der Leuchtenbranche anzupassen und gemeinsame Projekte zu identifizieren, initiierte das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP einen Workshop mit Teilnehmern der Leuchten-Industrie aus der »DACH-Region«. Entwickler, Innovations- und Produktmanager sowie Lichtplaner machten sich auf den Weg, um den Startschuss für die künftige Zusammenarbeit zu begleiten.

Eine grundlegende Einführung übernahm Jan de Boer, Gruppenleiter »Lichttechnik und passive Solarsysteme«, wobei er neben den Kompetenzen der eigenen Gruppe auch Generelles zur Fraunhofer-Gesellschaft, dem Fraunhofer IBP sowie dessen Abteilung Energieeffizienz und Raumklima erläuterte. Dr. Michael Held, Projektleiter am Standort Stuttgart, gab zudem einen Einblick über die Inhalte und Ziele des Projektes Massenpersonalisierung am Leistungszentrum. Anschließende Führungen dienten dazu, die Labore des Fraunhofer IBPs zu Licht, Akustik, VR/AR und Additiven Technologien vorzustellen.

Die Teilnehmer wurden zunächst durch ausgewählte Versuchsräume des Instituts, wie dem Raumlabor für ganzheitliche Wirkungsforschung (High Performance Indoor Environment) und dem Hall- und Freifeldraum, geführt und zogen dann weiter in die Kellerräume der Lichttechniker. Neben dem künstlichen Himmel waren hier eine modifizierte Ulbrichtkugel aus Carbon und ein eigens entwickeltes Photogoniometer zur Vermessung von Verschattungssystemen zu sehen. Direkt im Anschluss erhielten die Lichtexperten einige Einblicke in verschiedene laufende Forschungsprojekte in den MiR (Menschen In Räumen)-Laboren. Zu diesen gehört beispielsweise das künstliche Fenster, das fensterlose Räume nutzbar machen kann, und Sensoren zur Detektion von Beleuchtungsstärken, die im Bereich der Sehaufgaben in Büros und privaten Wohnzimmern zum Einsatz kommen.

Eine spontane Vorstellung des Projekts »Repro-Light« durch Katrin Tanzer von Bartenbach Research, welches sich mit der Individualisierung von Leuchten auseinandersetzt, bot einen Einstieg in die Materie und zugleich eine gelungene Einleitung in den Impulsvortrag von Daniel Neves Pimenta zur Digitalen Transformation in der Leuchtenbranche. Hieran anknüpfend erfolgte eine Diskussion mit hinzugekommenen Forschern des Fraunhofer IAOs und IPAs sowie des IABPs der Universität Stuttgart, welche Ihre Expertise im Umfeld von Prozessen, User Experience und ganzheitlicher Bilanzierung einbrachten. Gemeinsam erörterte die Runde die Bedürfnisse und Potentiale durch neue Herangehensweisen und Technologien.

Auf die intensiven Stunden gemeinsamen Austauschs folgte eine weitere Führung durch die Räume des Fraunhofer IAOs und IPAs, welche zunächst in die Cave des »Immersive Engineering Labs« führte und die Möglichkeit bot, unterschiedliche Beispiele von Virtual Reality Planungstools zu betrachten und selbst auszuprobieren.

In den Werkstätten der Additiven Fertigung konnten unterschiedlichste Materialien von starrer Keramik bis zu flexiblen Schläuchen haptisch »begriffen« werden. Hautnah entdeckten die Teilnehmer dabei die unterschiedlichen Additiven Fertigungstechnologien und die dazu benötigten Anlagen.

Aufgrund der durchweg positiven Resonanz der Beleuchtungsexperten im abschließenden Resümee wird nun an einer Verstetigung der Runde gearbeitet und bereits eifrig über Folgetermine und Kooperationsmodelle diskutiert, wobei die Ausarbeitung konkreter Projekte im Fokus steht.