Universität Bamberg beruft Ralf Kilian zum Professor

11. Februar 2021

Seit Dezember 2020 ist Ralf Kilian Professor für Präventive Konservierung in der Baudenkmalpflege an der Universität Bamberg. Die Berufung nach dem Jülicher Modell ermöglicht ihm, zwei Semesterwochenstunden Lehre an der Universität Bamberg zu übernehmen und die restliche Zeit weiterhin für das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP tätig zu sein. Die gemeinsame Berufung ist ein Gewinn für beide Seiten, da gemeinsame Aktivitäten und Forschungsvorhaben der Präventiven Konservierung weiteren Schub geben.

Ralf Kilian
© Fraunhofer IBP
Ralf Kilian ist neuer Professor für Präventive Konservierung in der Baudenkmalpflege.

Am Fraunhofer IBP leitet Ralf Kilian den Bereich Kulturerbe-Forschung. In dem neuen, durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt »Kulturgüter vor Extremklimaereignissen schützen und Resilienz erhöhen« (KERES) forscht ein Konsortium von Fraunhofer-Instituten aus der Forschungsallianz Kulturerbe mit dem Climate Service Center Germany des Helmholtz-Zentrums Geesthacht sowie der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg an technischen Maßnahmen für die Präventive Konservierung. Expertenteams greifen die Frage auf, wie sich Extremwetterereignisse wie etwa Stürme, lange Hitzeperioden oder Starkregen auf die Bausubstanz, aber auch auf historische Möbel oder Gemälde auswirken und welche Schäden diese nehmen können.

Vor etwa zehn Jahren hat das Fraunhofer IBP damit begonnen, ein Fraunhofer-Zentrum für energetische Altbausanierung und Denkmalpflege im Kloster Benediktbeuern aufzubauen. Es handelt sich dabei um ein reales historisches Gebäude, an dem Forschung betrieben und neue Technologien ausprobiert werden. Es geht beispielsweise um Heizungssysteme, die sich für historische Bauten eignen oder um die energetische Verbesserung von Fenstern. Studierende in Form von Abschlussarbeiten mit in die Forschung des Fraunhofer IBP einzubeziehen, ist ein weiterer spannender Aspekt, den Ralf Kilian hervorhebt. Mit Studierenden konnte beispielsweise im Rahmen einer Anwendungswoche für das Kloster ein Kunstdepot untersucht werden. Anhand dieser Untersuchung wurden Vorschläge erarbeitet, wie die Bedingungen für die Erhaltung der dort eingelagerten Klosterschätze verbessert werden können. Die Ergebnisse helfen nun dem Kloster und können dazu beitragen, dass Kunst und Kulturgut im Sinn der Präventiven Konservierung langfristig und besser erhalten werden kann.

An seiner neuen Position in Bamberg schätzt Ralf Kilian besonders den menschlichen Umgang miteinander. Wichtig ist für ihn, die Studierenden zu erreichen und ihnen etwas für ihren späteren beruflichen Werdegang mitzugeben. Aber auch der »wahnsinnige Gebäudeschatz« in Bamberg hat es ihm angetan. Der Blick hinter die Kulissen historischer Bauten und sich auf hohem Niveau mit ihnen auseinanderzusetzen, begeistern ihn seit seiner Jugend. Nachdem er zunächst Bauingenieurwesen studiert hatte, absolvierte Ralf Kilian ein Restaurierungsstudium an der Technischen Universität München, um sich noch konkreter mit historischen Gebäuden beschäftigen zu können.