Transformationskonzepte: Standardisiertes Verfahren für Fraunhofer-Liegenschaften

Darstellung des Energieflusses
© Fraunhofer IBP, KI generiert mit ChatGPT
Darstellung des Energieflusses.

Die Bundesregierung strebt bis 2045 Klimaneutralität an, wozu insbesondere die Dekarbonisierung des Gebäudebestands einen wichtigen Beitrag leisten muss. Eigentümer und Betreiber großer Liegenschaften stehen dabei vor komplexen Herausforderungen, da herkömmliche Lösungen oft kleinteilig und kurzfristorientiert bleiben.

Das Fraunhofer Transformationskonzept setzt hier an: Es bietet ein standardisiertes, systematisiertes und praxisnahes Vorgehen, das energetische Bestandsaufnahme, Potenzialanalysen und maßgeschneiderte Maßnahmen für Gebäudehülle, Anlagentechnik und Energieversorgung vereint. Erprobung, Musterausschreibungen und Verstetigungsstrategie gewährleisten eine effiziente Umsetzung des Rollouts – über Fraunhofer hinaus übertragbar und auf nachhaltige Partnerschaften ausgelegt.

Projektziele

Die Klimaschutzstrategie der Fraunhofer-Gesellschaft verfolgt das übergeordnete Ziel, bis 2045 Klimaneutralität in allen Liegenschaften zu erreichen. Aufbauend auf den Projekten »Klimaneutral 2030« und »DeCaBO« wurde ein mustergültiges Vorgehen zur Erstellung von Transformationskonzepten für Fraunhofer-Liegenschaften entwickelt. Dieses umfasst eine systematische Ist-Analyse, eine Potenzialbewertungen von Gebäudehülle und Anlagentechnik sowie die Entwicklung von maßgeschneiderten Versorgungslösungen mit darauf abgestimmten Sanierungsmaßnahmen.

Das standardisierte Vorgehen wurde an mehreren Standorten erprobt, durch Musterausschreibungen ergänzt und in einem Leitfaden für den flächendeckenden Rollout dokumentiert. Für die einfache und niederschwellige Nutzung stehen diverse Hilfsmittel zur Verfügung, wie der Kostenkalkulator für die Ausschreibung, das VALERIE-Tool für die Wirtschaftlichkeitsbewertung, Checklisten für die Projektvorbereitung, Templates für die Ergebnisdarstellung und Informationsmaterial zu Technologien, Anforderungen, Prozessen und Verantwortlichkeiten.

Die Ansätze sind über Fraunhofer hinaus auf andere Eigentümer übertragbar. Das Leistungsangebot kann für Organisationen mit großem Gebäudebestand gezielt adaptiert und kundenspezifisch aufbereitet werden.

Stand des Projekts

Die standardisierte Methode zur Erstellung von Transformationskonzepten schafft einen ganzheitlichen Rahmen für die Erreichung der Klimaneutralität und bündelt Analysen, Maßnahmen und Entscheidungen in einem umsetzungsorientierten Vorgehen für Eigentümer großer Gebäudebestände.

Das Verfahren folgt einem vierstufigen Arbeitsplan: Zunächst werden zum Projektstart Ziele, Rahmenbedingungen, Nutzungsstrategien und Datengrundlage festgelegt. Anschließend erfolgt die Ausschreibung und Vergabe der Planungsleistung auf Basis von Musterausschreibungsunterlagen, die den Leistungsumfang, Schnittstellen und Kosten klar definieren. Kern des Arbeitsplans ist die Erstellung des Transformationskonzepts auf Basis der energetischen Bestandsaufnahme, die in einen maßgeschneiderten Umsetzungsfahrplan mündet.

Das standardisierte Vorgehen ist einem Leitfaden dokumentiert und dient als Richtlinie für die flächendeckende Umsetzung und ist als übertragbares Modell für weitere Akteure und Stakeholder konzipiert.

Projektpartner

  • Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V.
  • Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE
  • Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien IEG
  • Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE
  • Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT
Darstellung der Klimastrategie für Liegenschaften
© Fraunhofer IBP
Klimastrategie für Liegenschaften – Strukturen und Prozesse.
Aufzählung der Arbeitsschritte bei der Erstellung von Transformationskonzepten
© Fraunhofer IBP
Systematisches Vorgehen bei der Erstellung von Transformationskonzepten.