Neue Fachmesse »MODULAR BUILD« will die Bauwende vorantreiben
Steigende Baukosten, Fachkräftemangel, ambitionierte Klimaziele und der wachsende Bedarf an bezahlbarem Wohnraum erhöhen den Handlungsdruck in der Bauwirtschaft. Mit der neuen Fachmesse »MODULAR BUILD« entsteht nun eine Plattform, die zentrale Akteure aus Bauwirtschaft, Industrie, Politik, Wissenschaft und öffentlicher Verwaltung zusammenbringt. Ziel ist es, Innovationen im modularen und seriellen Bauen schneller in die Praxis zu überführen und den Wandel der Branche aktiv zu beschleunigen. Einen ersten Ausblick auf das neue Format gab es bereits im März bei einer Pressekonferenz in Berlin. Die Premiere der Messe ist für November 2027 geplant.
Forschung als Schlüssel für nachhaltiges Bauen
Auf der Pressekonferenz brachte Prof. Dr. Gunnar Grün, stellvertretender Institutsleiter am Fraunhofer IBP und Sprecher der Fraunhofer Allianz Bau, die Perspektive der Forschung ein. Er machte deutlich, dass die Bauwirtschaft nur mit einem integrierten Ansatz zukunftsfähig werden kann: Digitalisierung, industrielle Vorfertigung und kreislauffähige Materialien müssten konsequent zusammengedacht werden.
Digitale Prozesse und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ermöglichen präzisere Planungen und effizientere Abläufe. Industrielle Vorfertigung verkürzt Bauzeiten und sorgt für gleichbleibend hohe Qualität. Gleichzeitig stärken regionale und kreislauffähige Materialien die Resilienz und Nachhaltigkeit von Bauprozessen.
Ein Beispiel dafür ist das Leitprojekt »BAU DNS«, das Grundlagen für eine nachhaltige, modulare und zirkuläre Gebäudesanierung schafft. „Die beteiligten Fraunhofer-Institute bringen Kompetenzen von der Datenverarbeitung über die Material- und Bauteilentwicklung bis hin zur Gebäudetechnik und Fabrikfertigung ein“, erklärt Prof. Dr. Gunnar Grün. Ziel des Projekts ist es, Produktivität und Wirtschaftlichkeit zu steigern und gleichzeitig Zirkularität sowie CO₂-Neutralität zu fördern. Damit eröffnet »BAU DNS« neue Perspektiven für die Sanierung und Transformation des Gebäudebestands.
Innovationen schneller in die Praxis bringen
Gleichzeitig verwies Grün auf die Herausforderungen beim Transfer neuer Technologien in den Markt. Komplexe regulatorische Rahmenbedingungen, fragmentierte Wertschöpfungsketten und fehlende Anreize führten häufig dazu, dass innovative Lösungen nur langsam Anwendung finden.
Um den Wandel zu beschleunigen, brauche es daher mehrere Maßnahmen gleichzeitig: innovationsfreundlichere Regulierung, gezielte Nachfrageförderung – insbesondere durch die öffentliche Hand – sowie Reallabore und Pilotprojekte, in denen neue Ansätze unter realen Bedingungen getestet und weiterentwickelt werden können. Entscheidend sei dabei die enge Zusammenarbeit von Forschung, Wirtschaft und Politik.
Premiere der »MODULAR BUILD« im November 2027 in Berlin
Die erste »MODULAR BUILD« soll vom 2. bis 4. November 2027 auf dem Berliner Messegelände stattfinden. Die Fachmesse versteht sich als zentrale Plattform für die großen Zukunftsfragen der Bauwirtschaft: Wie lassen sich Bauprozesse stärker industrialisieren, digitalisieren und nachhaltiger gestalten? Wie können Forschung, Wirtschaft und Politik gemeinsam tragfähige Lösungen entwickeln? Und wie gelingt der Transfer von Innovationen in die breite Anwendung?
Mit ihrem interdisziplinären Ansatz will die »MODULAR BUILD« genau hier ansetzen – und die Transformation der Bauwirtschaft aktiv mitgestalten.
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