Fachveranstaltung / 08. Mai 2026, 09.00 - 12.00 Uhr
Windheizung 2.0: Netz- und systemdienliche Nutzung von Überkapazitäten im Stromnetz durch Starkwindereignisse zur Gebäudebeheizung – Ein Monitoring im Realbetrieb
Durch Starkwindereignisse entsteht im Winter im deutschen Stromnetz häufig überschüssiger Strom, der zu niedrigen bis negativen Preisen führt. In manchen Regionen müssen Windkraftanlagen zur Sicherung der Netzstabilität auch abgeregelt werden. Gebäude bieten mit ihren großen thermischen Speichermassen enorme Potentiale als thermische Langzeitspeicher. Da Windkraft im Stromnetz der Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird und diese überwiegend im Winter in Form von Starkwindereignissen überschüssig vorhanden ist, fallen der Wärmebedarf von hocheffizienten Gebäuden und die Verfügbarkeit von Überschussstrom zeitlich eng zusammen. Dadurch können die Windheizung 2.0-Gebäude der Zukunft durch die Erzeugung von Wärme aus erneuerbarem elektrischen Überschuss-Strom ihren Energiebedarf umwelt- und systemverträglich decken und gleichzeitig zur erfolgreichen Umsetzung der Energiewende beitragen. Die Systemverträglichkeit entsteht für das Stromnetz auch aus der Tatsache, dass Windheizung 2.0-Gebäude während längerer Phasen mit hohen Netzauslastung (1-2 Wochen) auf den Bezug von Heizstrom verzichten können.
Im Rahmen der Veranstaltung werden aktuelle Ergebnisse aus den vom BMWE geförderten Forschungsvorhaben »Windheizung 2.0« (FKZ: 03EN6013A) vorgestellt, in denen unterschiedliche Speichertechnologien, ein Hochtemperatur-Steinspeicher (HTSS), ein Wasserspeicher und bauteilintegrierte Langzeitspeicher (BTA) inkl. der notwendigen prädiktiven Regelung und eines Planungstools entwickelt wurden.
Diese beiden neuen Speichersysteme wurden, zusammen mit einem weiteren System, einem wasserbasierten Wärmespeicher (WWS), in drei realen, bewohnten Objekten erfolgreich erprobt.